Amanda: Von der Radiomoderatorin zur gefragten Rapperin

Amanda hat sich in der Rap-Szene als eine der wenigen Frauen einen echten Namen gemacht

Quelle: David Königsmann

Amanda war einst Underground-Rapperin und verdiente ihr Geld als Radiomoderatorin. Doch ihre Karriere hat eine ziemlich erstaunliche Wendung genommen.

Jahrelang hat sie beim Radio gearbeitet, jetzt hat sie alles auf eine Karte gesetzt und sich für eine Karriere als Musikerin entschieden – und der Erfolg gibt ihr bislang Recht. Zu verdanken hat Amanda (35), die zuvor als Rapperin She-Raw Musik machte, das nicht zuletzt ihrem guten Freund Mark Forster (34). Der hat mit ihr das Album „Karussell“ produziert und ihr damit zum Aufstieg in den kommerziellen Pop-Olymp verholfen. Doch auch Rapper Sido (37) ist nicht ganz unschuldig an Amandas Werdegang, wie die Berlinerin im Interview erzählt. Ausserdem verrät sie, welche Männer ihr den Kopf verdrehen.

Amanda, wie fühlt es sich an, vom Underground plötzlich im Mainstream angekommen zu sein?

Amanda: Es fühlt sich eigentlich alles gleich an. Nur, dass jetzt mehr Leute auf meinen Konzerten mitfeiern und natürlich, dass ich viel mehr Konzerte spielen darf und dadurch auch viel mehr rumkomme in Deutschland.

Würden Sie sagen, Sie wurden eher von Sido oder von Mark Forster entdeckt? Wie war das denn genau?

Amanda: Bei Sido habe ich drei Jahre lang Background gesungen und auf der ersten gemeinsamen Tour Mark kennengelernt. Ich kannte Sido aber schon ein paar Jahre bevor wir auf Tour gegangen sind. Der Musikerkreis in Berlin ist ziemlich eng, da kennt jeder irgendwie jeden – Berlin ist ein Dorf.

Und wer hat Sie nun entdeckt?

Amanda: „Entdeckt“ hat mich keiner der beiden, denn mich gab’s ja vorher schon viele Jahre musikalisch als She-Raw. Meine Karriere ins Laufen gebracht hat aber dann doch mein Kumpel Mark. Er hat mir 2016 angeboten, ein paar Songs gemeinsam zu schreiben und daraus entstand dann ein ganzes Album. Anschliessend hat Mark mich dann auch noch auf seinem Label Marecs über Four Music unter Vertrag genommen und der Rest ist Geschichte.

Wie viel Einfluss hat Mark Forster auf Ihre Musik genommen?

Amanda: Ich habe mein komplettes Album mit Mark geschrieben. „Karussell“ ist quasi unser musikalisches Baby. Es klingt ein bisschen wie sein Vater und ein bisschen wie seine Mutter halt. Eine schöne Mischung aus beiden Elternteilen! Aber das Rappen hat Mark mir überlassen. Das ist nicht sein Gebiet. Ausserdem habe ich während des Schreibens und der Entstehungsphase natürlich unfassbar viel von Mark lernen können. Wie man an Songs und Themen richtig rangeht. Wie man sich im Studio richtig ins Zeug legt. Wieviel mehr Arbeit als „nur“ Texten eigentlich hinter einer Produktion steht. Das war eine sehr tolle Erfahrung.

Hätten Sie jemals damit gerechnet, zwölf Jahre nach Ihrem Debüt als She-Raw mit einem deutschen Popstar an Ihrer Seite wirklich durchzustarten?

Amanda: Ich hätte damit niemals gerechnet. Ich kann immer noch nicht genau verstehen, was hier eigentlich gerade passiert und wie krass sich mein Leben innerhalb der letzten zwei Jahre verändert hat. Ich habe zwar immer davon geträumt mal Sängerin zu werden, aber das es dann wirklich passiert… und dann gleich mit Band und Touren und Award-Nominierung und goldener Schallplatte – das ist schon echt ne‘ heftige Nummer. Ne‘ richtig geile heftige Nummer aber.

Würden Sie ohne Mark Forster noch beim Radio arbeiten?

Amanda: Nö. Damit hat Mark nichts zu tun. Ich wollte eh nicht mehr beim Radio arbeiten. Das hätte ich mit oder ohne ihn nicht mehr getan. Ich habe so viele Jahre beim Radio gearbeitet, das war dann einfach nichts mehr für mich. Und eigentlich ist Sido daran schuld, dass ich nicht mehr zur Arbeit gegangen bin, wenn ich ehrlich bin.

In welcher Hinsicht?

Amanda: Wenn seine Touren nicht so verdammt viel Spass gemacht hätten, hätte ich mich nie dazu überwinden können, meinen Job einfach aufzugeben. Weil mich das Musikerleben einfach viel mehr gereizt hat, als jeden Tag in nem‘ Studio zu stehen, Musik anderer Künstler zu spielen und mit mir selber zu reden. Ich wusste einfach nach der letzten gemeinsamen Tour mit Sido, ich kann nicht mehr zurück zum Radio. Das ist es einfach nicht mehr. Und schwupp, hab ich „Blau“ gemacht – im wahrsten Sinne des Wortes.

„Blau“ feat. Sido ist auch Ihr bisher kommerziell erfolgreichster Song. Mit welchen deutschen Künstlern könnten Sie sich noch ein Feature vorstellen?

Amanda: Ich träume seit Jahren von einem Feature mit Kool Savas und Peter Fox. Hat beides bisher noch nicht geklappt, aber ich gebe die Hoffnung NIE auf!

Gute deutsche Rapperinnen sind Mangelware. Woran glauben Sie, liegt das?

Amanda: Die Frage bekomme ich total oft gestellt und ich kann sie leider immer noch nicht beantworten. Rap ist halt hauptsächlich eine Männerdomäne und da werden Frauen – denke ich – nicht so gerne gesehen. Zumindest wenn sie nichts drauf haben. Und die meisten haben es halt leider einfach auch wirklich nicht drauf. Bei mir war das von Anfang an nie ein Thema, dass ich „nur“ eine Frau bin. Ich wurde zu meiner She-Raw-Zeit immer von den anderen Rappern für meine Skills und Technik respektiert.

Sind Sie eigentlich in festen Händen oder haben Sie den Richtigen noch nicht gefunden?

Amanda: Also in meinem Kopf bin ich ja schon Jahre lang mit Justin Timberlake und Channing Tatum verheiratet, aber im echten Leben ist zurzeit kein Mann am Start. Ich suche noch, bzw. möchte gefunden werden.

Was dürfen wir in Zukunft noch von Ihnen erwarten?

Amanda: Ich bin gerade auf „Karussell“-Tour unterwegs und werde auch im Sommer ein Paar Festivals spielen. Ich arbeite gerade auch schon fleissig an meinem nächsten Album. Pünktlich zur Sommersonne kann man sich auf jeden Fall schon mal auf ein paar neue Songs von mir einstellen!

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