„Tatort: Das Monster aus Kassel“: So wird der neue Krimi

Paul Brix (Wolfram Koch) verhört Maarten Jansen (Barry Atsma

Quelle: HR/Degeto/Bettina Müller

Die Frankfurter Kommissare Brix und Janneke machen in „Das Monster von Kassel“ einen Ausflug nach Nordhessen. Dort müssen sie einem bekannten TV-Moderator das Handwerk legen.

Dieses Mal spielt der Frankfurter „Tatort“ nicht in der hessischen Metropole, sondern in der nordhessischen Stadt Kassel. Brix und Janneke müssen in „Das Monster aus Kassel“ den Mörder eines jungen Mannes überführen. Von Anfang an ist klar, dass es eigentlich niemand anderes als sein Vater – ein bekannter Fernsehmoderator – sein kann. Doch können die beiden mit der Unterstützung der dortigen Ermittler ihm auch das Handwerk legen?

Darum geht’s

Die Frankfurter Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich, 59) und Paul Brix (Wolfram Koch, 57) werden zu einem grausigen Fund gerufen: in Plastiksäcke gehüllte Leichenteile. Rasch stellt sich heraus, dass das Opfer aus Kassel stammt. Es ist der 17-jährige Luke Rohde, Stiefsohn des Sonnyboys der Nation, des beliebten Fernseh-Talkmasters Maarten Jansen (Barry Atsma, 46). Mit seiner Ehefrau Kirsten (Stephanie Eidt, 51) und ihren beiden Söhnen aus erster Ehe hat Jansen bis dahin ein idyllisches Familienleben geführt.

Janneke und Brix rätseln, wieso gerade Luke zum Opfer wurde. Um sich nach dem Stand der Ermittlungen zu erkundigen, kommt Maarten Jansen auf das Kasseler Polizeipräsidium. Doch im Gespräch mit Anna Janneke tauchen mehr und mehr Widersprüche auf. Die beiden Frankfurter Kommissare begreifen, dass nur Maarten der Mörder seines Stiefsohns sein kann. Es beginnt ein zermürbendes Verhör.

Lohnt sich das Einschalten?

Ja, aber mit grossen Abstrichen. Die Idee, den Täter bereits von Beginn an zu kennen und eigentlich nur noch den Polizisten dabei zuzusehen, wie er sich während des Verhörs in Widersprüche verstrickt und parallel die Beweise immer eindeutiger werden, ist zwar nicht neu, macht aber immer mal wieder Spass. Doch irgendwie bleibt es bei dem ganzen Film nur bei guten Ansätzen. Vor allem die Rolle des Mörders und Entertainers ist unglaublich überzogen und wirkt deswegen unglaubwürdig. Das gipfelt in einer TV-Ansprache, die er in seiner Talkshow an seine Zuschauer richtet.

Auch die ständigen Anspielungen auf den Handlungsort Kassel ermüden auf Dauer. Mag sein, dass die Fehde zwischen Frankfurt und der nordhessischen Stadt den Menschen vor Ort hohe Bedeutung zukommt. Den Rest der Nation interessiert das allerdings nicht wirklich. Zwei oder drei kleine Seitenhiebe hätten ausgereicht, alle fünf Minuten ein Witz auf Kosten der kleineren Stadt Kassel ist dann aber vielleicht zu viel des Guten. Dennoch ist der Film kurzweilig und macht auch irgendwie Spass, ein „Tatort“-Meilenstein ist „Das Monster von Kassel“ aber bei Weitem nicht.