Von Tencel bis Seacell: Diese Stoffe schonen die Umwelt

Auf der China Fashion Week in Peking schickte Designer Chen Wen seine Model in einer kompletten Tencel-Kollektion über den Laufsteg.

Quelle: imago images / Xinhua

Slow Food, Slow Travel und jetzt auch Slow Fashion. Grüne Mode ist auf dem Vormarsch und das in Form von Stoffen, die aus Eukalyptus, Algen und Milch bestehen.

Obwohl es die sogenannte „Slow Fashion“ ganz und gar nicht eilig hat, steigt die Nachfrage nach grüner Mode rasant an. Da kann es schnell passieren, dass man im Dschungel der „grünen Stoffe“ den Überblick verliert. Diese Baumwoll-Alternativen schonen die Ressourcen, sind schön und könnten die Gewebe der Zukunft sein.

Tencel/Lyocell

Bei diesem Viskose-Produkt handelt es sich um eine Cellulosefaser, die aus Holz gewonnen wird. Neben Buchen stammt die Faser vor allem aus Eukalyptusholz. Der Vorteil: Anders als Baumwolle, die Unmengen an Wasser verschlingt, kommt Eukalyptus ohne künstliche Bewässerung und Düngung aus. Der Produktionsprozess des Materials ist besonders umweltfreundlich, weil die Lösungsmittel zur Herstellung der Faser immer wieder verwendet werden.

Aber auch beim Tragekomfort kann Lyocell punkten, denn es vereint die Eigenschaften von Seide, Wolle und Leinen. So ist der Stoff ein guter Feuchtigkeitsmanager und ähnlich atmungsaktiv wie Leinen. Bakterien und lästige Gerüche haben keine Chance. Die seidige Struktur fühlt sich angenehm glatt an und verhindert damit Hautreizungen.

Seacell

Wird aus Algen gewonnen und ist wahrhaftig Nahrung für unsere Haut. Algen enthalten Vitamine und Spurenelemente wie Eisen und Jod, die beim Tragen der Kleidung direkt an unsere Haut abgeben werden. Beim Produktionsprozess werden Braunalgen getrocknet, gemahlen und anschliessend in Cellulosefasern eingebunden.

Seacell hat sogar einen Anti-Aging-Effekt: Die Algenextrakte sollen die Heilung der Haut bei Entzündungen beschleunigen und vor freien Radikalen schützen. Die poröse Struktur fördert die Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe und hält die Haut im Winter warm und im Sommer kühl.

Tyvek

Tyvek verbinden die meisten wohl mit Schutzbekleidung. Doch die Faser wird mittlerweile verstärkt in der Mode verwendet. Der Stoff ist praktisch und strapazierfähig, so lässt er sich bei bis zu 90 Grad waschen, fusselt nicht, ist antiallergen und bis zu 100 Prozent recycelbar. Die Struktur ist glatt, weich und atmungsaktiv und fühlt sich ein bisschen an wie Papier, wird aber weder nass noch reisst sie.

Milchfaser

Es gibt Kleidung aus Algen, Eukalyptus und eben auch aus Milch! Das biologisch abbaubare Fasermaterial wird aus Kasein gewonnen und zwar aus Milch, die nicht mehr zum Verzehr geeignet ist. Für die Produktion wird Kasein-Pulver zusammen mit anderen natürlichen Zutaten erhitzt und durch eine Düse zu Fäden gezogen.

Ähnlich wie bei Seacell wirkt der Milchstoff antibakteriell, ist gut verträglich für Allergiker und bietet eine optimal Klimaregulierung für die Haut. Ausserdem ist der Stoff bei 40 bis 60 Grad Celsius waschbar und somit sehr pflegeleicht.

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