Grüner Genuss: Tee trinken, aber mit Bedacht

Hinter einer Teeernte steckt jede Menge Handarbeit.

Im direkten Vergleich zu Kaffee ist Tee ohnehin ein nachhaltiges Getränk. Aber mit ein paar Tipps können Verbraucher noch stärker dabei helfen, eine faire und umweltfreundliche Produktion zu fördern.

Von Klassikern wie Earl Grey bis zu aromatischen Sorten wie Chai und Ingwer: Heisse Teeaufgüsse sind nicht nur in der kalten Jahreszeit ein Muss. Und im Vergleich zu seinem direkten Konkurrenten, dem Kaffee, kann sich der Tee in Sachen Nachhaltigkeit und Ökobilanz ohnehin sehen lassen. Allerdings können Verbraucher mit wenigen Tricks ihren Teegenuss noch umweltbewusster gestalten. Das fängt beim Blick auf Herkunft und Herstellung des Tees an und geht bis hin zur Verpackung.

Herkunft spielt eine wichtige Rolle

Viele sind sich über die Herkunft von Tee nicht bewusst. Hergestellt wird er hauptsächlich in Asien und Afrika, da die feuchten und erhöhten Regionen ideale Bedingungen für den Anbau bieten – und dank des feuchten Klimas kaum zusätzliche Bewässerung nötig ist. Jedoch leidet oft die Artenvielfalt unter den Teefeldern.

Bei nachhaltigen Teefeldern achten die Unternehmen deswegen zunehmend auf das zusätzliche Pflanzen von Bäumen, was dem Erhalt der biologischen Vielfalt zugutekommt. Auch Pestizide werden dort nicht verwendet. Die Bauern erhalten einen fairen Lohn für ihren Einsatz und arbeiten unter vergleichsweise guten Bedingungen.

Mit Projekten etwas beisteuern

Das Unternehmen TeeGschwendner etwa lässt seinen neuesten Projekttee in Ruanda herstellen. „Für den Tee Nr. 802 Ruanda Karongi Kwitanga zahlen wir den höchsten Preis, den je ein Tee aus Ruanda erzielt hat. Damit honorieren wir die Qualität des Tees und die Bemühungen der Teamaker von Karongi und motivieren sie dazu, ihre Arbeit in diesem Sinne fortzusetzen und das Qualitätsniveau beizubehalten und weiter zu steigern“, erklärt Geschäftsführer Jonathan Gschwendner. Zudem beteiligt sich die Firma an Aufforstungsprojekten, unter anderem vom Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Das soziale Zertifizierungssystem Fairtrade will mit seinen überarbeiteten Standards für Tee vor allem junge Menschen und Frauen schützen. Dazu gehören unter anderem angemessene Unterbringungs- und Arbeitsbedingungen sowie das Verbot von Geschlechterdiskriminierung und Zwangsarbeit. Die Lohnsituation ist bis heute eine der grössten Herausforderungen nicht nur im Teesektor.

Aber auch Konsumentinnen und Konsumenten können mit dem Kauf von nachhaltigen Teeprodukten selbst etwas dazu beitragen, um eine nachhaltige Produktion zu fördern. So beteiligen sich viele Unternehmen inzwischen an sozialen Projekten, etwa für den Erhalt des Regenwalds oder Arten gefährdeter Raubkatzen. Tipp: Informieren Sie sich über die Visionen einzelner Tee-Unternehmen. Oft geht ein Teil des Gewinns an gemeinnützige Organisationen.

Auf Siegel und Verpackung achten

Um sicherzugehen, dass es sich um einen nachhaltigen Tee handelt, hilft ein Blick auf Qualitätszeichen. Die sind zumeist direkt auf der Verpackung zu finden. Das Bio-Siegel, der grüne Frosch der Rainforest Alliance, das Fairtrade-Siegel, das grüne Naturland-Siegel und eine UTZ-Zertifizierung sind nur einige von vielen Logos.

Gleiches gilt auch für die Verpackung. Wie viel Plastik wird verwendet? Sind Holz- oder Papierprodukte mit dem FSC-Logo versehen, das für den Schutz von Holzressourcen steht? Nachhaltige Hersteller achten zumeist auf eine umweltfreundliche Verpackung und setzen gegebenenfalls auf Kunststoffe, die biologisch abbaubar sind. Ein zusätzlicher Blick des Verbrauchers oder der Verbraucherin kann jedoch nicht schaden.

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