Oliver Pocher über das definitiv „nicht geplante“ Wendler-Duell

Oliver Pocher nimmt seine Show in Schutz

Quelle: imago images/Future Image

Oliver Pocher und Michael Wendler treten am Sonntag live gegeneinander an. Warum das Duell nicht fingiert ist, verrät der Initiator.

Komiker Oliver Pocher (42) und Schlagersänger Michael Wendler (47, „Egal“) treten am Sonntag gemeinsam mit ihren Partnerinnen Amira und Laura Müller (19) in der TV-Show „Schluss mit lustig“ (RTL) live gegeneinander an. Warum dieses Duell und die parodistischen Aktionen, die dazu geführt haben, nicht fingiert sind, macht Show-Initiator Pocher im Interview mit dem Medienmagazin „DWDL“ deutlich.

„Soll ich ernsthaft Laura Müller gesagt haben, dem Wendler einen Pick-up zu schenken – und zwar am besten so peinlich wie möglich, damit ich es parodieren kann, er androht mich zu verklagen und die Leute irgendwann in Wendler-Shirts über die Strasse laufen? An Karneval war der Wendler eines der beliebtesten Kostüme“, fasst Pocher den Überraschungserfolg seiner Parodien zusammen und ergänzt: „Nein, das lässt sich nicht planen.“

Von der Idee zur Show

Ihm sei allerdings sehr wohl klar gewesen, dass das Thema irgendwann zu einem Ende gebracht werden müsse. „Da ich vom Fernsehen komme, lag eine Show nahe“, so Pocher. Und weil das alles „auf seinen Mist gewachsen“ sei, habe er „die Sendung natürlich auch gerne mitproduzieren“ wollen.

Vor etwa zwei Wochen sei er auf die Idee zur Duell-Show gekommen. „Wir wussten, dass der Wendler nach Deutschland kommen würde, um Laura bei ‚Let’s dance‘ zu unterstützen – daher schien die Gelegenheit günstig, das alles möglichst schnell zu klären“, erinnert er sich. Sie hätten dann mit RTL gesprochen und so habe die Idee ihren Lauf genommen. Überraschend fügt er noch hinzu: „Mit dem Wendler selbst habe ich in den vergangenen Wochen nicht ein einziges Wort gewechselt.“ Stattdessen sei der Plan in der letzten Woche an Wendlers Management herangetragen und verhandelt worden.

Wäre der Sender nicht mit an Bord gewesen, wäre man mit der Show in die Arena Oberhausen gegangen, erzählt Pocher weiter. „Denn wenn sich 10.000 Leute ein T-Shirt kaufen, kommen sehr wahrscheinlich auch sehr viele Leute in die Arena, um sich den Wettkampf anzusehen. Am Ende haben wir uns dann aber auf den 1. März und eine Live-TV-Show geeinigt, um das Thema nun auch zeitnah beenden zu können.“ Die Show finde wegen der Kurzfristigkeit „in einem eher kleinen Studio in Hürth statt – aber alle Seiten sind happy mit der Lösung“.

Die Konditionen

Dass es mit der Show und dem Termin tatsächlich so schnell geklappt hat, klingt nach einigermassen Aufwand hinter den Kulissen, und in der Tat: „Wir haben versucht, alles möglich zu machen, damit die Show stattfindet – und natürlich verdient er mit dieser Nummer auch Geld.“

Beim Titel sprachen sich Wendler und sein Management gegen „Lachnummer der Nation“ aus, sagt Pocher. Daher heisse sie nun „Schluss mit lustig“. Aber auch inhaltlich hat der Musiker Entscheidendes beigetragen: „Seinen Vorschlag, Pärchenspiele mit einfliessen zu lassen, fand ich super, schliesslich hat auch Amira in meinen Videos mitgewirkt. Für sie ist es eine echte Premiere, denn Amira war noch nie in einer Livesendung“, erklärt Pocher.

Der geschenkte Pick-up

Seinen Anfang nahm alles mit einem 90 Sekunden langen Videoclip, den Laura Müller auf ihrem Instagram-Account postete und in dem zu sehen ist, wie sie Michael Wendler mit einem Pick-up überrascht. Den Clip repostete Pocher und stellte kurz danach seine und Amiras Parodie online. Beide Videos wurden um die 2,5 Millionen Mal gelikt und führten zur Wendler-Challenge, bei der andere Follower es den Pochers gleichtaten.

Ist das Cybermobbing?

Weil so viele so extrem auf Parodien und Challenge angesprungen sind, machte bald auch die Frage nach einem möglichen „Cybermobbing“ die Runde. Dagegen wehrt Pocher sich entschieden: „Wir reden von einem Pfannenwendler oder der Frage, ob ich den Wendler Papageil nennen darf. Das ist das Niveau, auf dem wir uns bewegen – nicht mehr und nicht weniger. Mir in diesem Zusammenhang Cybermobbing vorzuwerfen, ist wirklich absurd.“

Das Gegenteil sei der Fall: „Michael Wendler hat uns alle cybergemobbt – niemand zwingt ihn, sich mit seinem Handy zu filmen und so tun, als sei das zufällig. Niemand zwingt seine Freundin, jeden Tag Produkte zu bewerben oder sich für den Playboy auszuziehen. Jemand, der in der Umkleide heimlich fotografiert wird und diese Fotos dann im Internet verbreitet werden – das ist Cybermobbing. Aber wer all das macht, was der Wendler und seine Freundin öffentlich tun, der weiss was das bedeutet. Das darf man parodieren. Vor allem, wenn es so peinlich ist“, sagt er.

Alles in allem sei es positiv eskaliert, findet Pocher. „Das sieht man ja auch daran, dass der Wendler und seine Freundin der TV-Show zugestimmt haben. Sie haben also nicht darunter gelitten, sondern auch ihre Vorteile daraus ziehen können.“ Dann kommt er noch auf Wendlers angebliche Steuerschulden zu sprechen: „Die Steuerschulden, über die ich gelesen habe, kann er mit der Teilnahme an unserer Show begleichen. Es ist nur die Frage, ob er die Kohle nicht womöglich doch in eine neue Philipp-Plein-Lederjacke investiert“.

Die Live-Show „Schluss mit lustig“ findet am Sonntag (1.3.) um 20:15 Uhr bei RTL statt.