Ein Jahr nach „Game of Thrones“: Wie steht es um die Spin-offs?

Quelle: HBO/Sky

Seit genau einem Jahr ist „Game of Thrones“ TV-Geschichte. Höchste Zeit, um den aktuellen Stand der einst so zahlreichen Spin-offs zu beleuchten.

Es ist das Jahr 2017, die sechste Staffel „Game of Thrones“ sorgt für weltweite Furore. Besser, ausgefeilter, dramatischer könne Fernsehen nicht sein, lautete der Grundtenor der Fans und vieler Kritiker. Den Machern gefiel das natürlich, vollmundig wurden dem Vernehmen nach zu dieser goldenen „GoT“-Ära zunächst vier, dann sogar fünf Spin-offs angekündigt – TV-Massentourismus nach Westeros und Umgebung schien anzustehen.

Vor genau einem Jahr, am 19. Mai 2019, flimmerte schliesslich die finale Folge der finalen Staffel über die Bildschirme. Und oh (vielgesichtiger) Gott, wie sich die Stimmungslage während und nach Staffel acht doch gewandelt hatte. Die beiden Showrunner David Benioff (49) und D.B. Weiss (49) mutierten von Heilsbringern zu Buhmännern, ohne eine fixe Vorlage des genialen Schriftstellers George R.R. Martin (71) ging die Serie vor die Hunde, lautete das vernichtende Urteil. Die Folge: Auch an der Spin-off-Front mussten herbere Verluste als in der Schlacht der Bastarde hingenommen werden.

Aus fünf wurden zwei – und dann nur noch eine?

Offiziell verworfen wurde bislang einzig und ausgerechnet ein Prequel-Ableger, der am weitesten vorangeschritten war. Auf den Namen „The Long Night“ oder „Bloodmoon“ hätte dieser hören sollen. Für die Hauptrolle wurde die Oscar-nominierte Naomi Watts (51, „King Kong“) auserkoren, viele weitere namhafte Darsteller standen ihr auf dem Papier zur Seite. Doch eine abgedrehte Pilotepisode, die wohl niemals das Licht der TV-Welt erblicken wird, fand bei HBO keinen Anklang und so war „The Long Night“ vorbei, ehe sie begonnen hatte.

Die anderen kolportierten Spin-off-Ideen haben es bislang noch nicht einmal so weit geschafft. Drei davon, wenn auch noch nicht offiziell abgeblasen, hängen folglich im Produktion-Limbus. Die einzige Hoffnung all jener, die mit „Game of Thrones“ nicht abgeschlossen haben, ruht somit auf den Ableger „House Of The Dragon“. Dabei wird es sich ebenfalls um eine Prequel-Serie handeln, die zwar noch keinen offiziellen Cast geschweige denn einen Piloten vorzuweisen hat, dafür aber bereits grünes Licht von HBO erhielt.

Das wurde im Oktober des vergangenen Jahres vom US-Sender verkündet und zehn Episoden in Auftrag gegeben. Das praktische an „House Of The Dragon“: Das Material dafür lieferte bereits Autor George R.R. Martin in Form des rund 900 Seiten langen Werks „Feuer und Blut – Erstes Buch: Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros“. Den narrativen Freischwimmer müssen die Showrunner hier also im Gegensatz zu den anderen Projekten nicht machen, sondern können sich auf reichlich Hintergrund-Historie rund um das Haus Targaryen freuen. Ganze 300 Jahre, um genau zu sein, die sich vor den Geschehnissen von „Game of Thrones“ zugetragen haben.

Apropos Buchvorlage…

Auch ein Jahr nach dem Ende von „Game of Thrones“ warten und hoffen Fans der Buchvorlage noch immer darauf, dass der finale Roman „A Dream of Spring“ ein versöhnlicheres Ende wird liefern können. Doch bislang hat Martin noch nicht einmal dessen Vorläufer „Winds of Winter“ abgeliefert.

Der bislang trotz Corona noch nicht verworfene Plan war, „Winds of Winter“ bis Juli dieses Jahres endlich fertigzustellen. Ob sich daran nicht doch noch etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Genug Zeit um Kapitel nach Kapitel runterzutippen sollte Herr Martin in der Corona-Isolation haben.