Bayern prescht vor: Wie bekomme ich einen Corona-Test?

Die Coronavirus-Testkapazitäten werden weiterhin ausgebaut.

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In Bayern kann sich jeder, auch ohne Symptome, auf Corona testen lassen. Doch wie funktioniert das und wie gehen andere Bundesländer vor?

Das Bundesland Bayern geht einmal mehr eigene Wege: Wie der Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) ankündigte, kann sich dort ab sofort jeder auf das Coronavirus testen lassen. Echte Symptome oder Kontakt zu Infizierten sind somit nicht mehr Voraussetzung für einen Test. Damit erntet der Freistaat allerdings auch Kritik, da sich Experten uneins sind, ob diese Herangehensweise sinnvoll und zielführend ist. Doch was müssen die Bürger nun wissen? Und wie komme ich an einen solchen Test? Was gilt für Bayern, was für alle anderen Bundesländer?

Bislang waren sich die einzelnen Länder bei den Tests einig: Wer unter klassischen Covid-19-Symptomen leidet, Kontakt zu einem nachweislich Infizierten hatte oder in bestimmten und besonders gefährdeten Berufsgruppen arbeitet, bekommt einen kostenlosen Corona-Test. Dazu muss man sich entweder beim Hausarzt, beim zuständigen Gesundheitsamt oder teilweise auch beim Arbeitgeber melden und bekommt anschliessend einen Termin bei Test-Zentren oder eben dem eigenen Arzt zugewiesen. So die bisherige Regelung in ganz Deutschland.

Wie bekommt man in Bayern einen Test?

Doch Bayern schert nun aus und verspricht wirklich jedem einen Test, egal ob mit Symptomen oder ohne, egal ob mit vorherigem Kontakt zu Infizierten oder ohne und völlig egal, welchem Berufsstand, welcher Alterskohorte oder Risikogruppe man angehört. Alle Bürger mit Wohnsitz in Bayern können sich seit dem 1. Juli 2020 ohne irgendwelche Hürden testen lassen. Einzige Einschränkung: Priorisiert in Terminvergabe und Schnelligkeit der Übermittlung des Testergebnisses haben weiterhin Menschen mit Symptomen und/oder Kontakt zu Covid-19-Patienten sowie Reihentests bei konkreten Ausbruchsgeschehen.

Die Bürger Bayerns sollen sich für einen solchen Test an die Vertragsärzte der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns wenden, von ihnen werde die sogenannten PCR-Testungen durchgeführt. Die Kosten hierzu werden komplett vom Freistaat Bayern übernommen. Laut des dortigen Gesundheitsministeriums gibt es auch keine Obergrenze pro Person: Jeder Bürger könne sich also so oft er mag einem Test unterziehen. Natürlich sei dies alles auf komplett freiwilliger Basis.

Warum gibt es Kritik an der Vorgehensweise?

Die bayerische Landesregierung bestehend aus CSU und Freien Wählern erhofft sich damit noch früher mögliche Ausbruchsgeschehen zu lokalisieren und unterbinden zu können. Kritiker hingegen merkten an, dass durch diese Tests eine trügerische Sicherheit vermittelt werden könnte. Söder konterte hingegen, dass die Kritik nicht medizinisch begründet sei, seine Kollegen hätten lediglich Bedenken bei den Kosten.