Eckart von Hirschhausen bei einem TV-Auftritt

Quelle: imago/Michael Wigglesworth

Michael Despeghel: Darum ist die „Hirschhausen-Diät“ so erfolgreich

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Mit dem richtigen Plan kann man in 90 Tagen sein Leben verändern, sagt Bestsellerautor Michael Despeghel. Hier verrät er zudem, was das Erfolgsgeheimnis hinter dem Abnehm-Konzept von Eckart von Hirschhausen ist.

Bestsellerautor Dr. Dr. Michael Despeghel (57, „Der 28-Tage-Plan gegen Entzündungen“) will mit „The Never Aging Story“ seinen Lesern Tipps und einen Plan an die Hand geben, um in drei Monaten ihren Lebensstil zum Besseren zu ändern. Empfehlen kann der Sportwissenschaftler auch das Intervallfasten, das sich gerade dank Eckart von Hirschhausen (50) grosser Aufmerksamkeit erfreut. Warum sich das zum Abnehmen so gut eignet, erklärt Despeghel im Interview.

Zum Jahreswechsel haben sich wieder viele Menschen gute Vorsätze gemacht. Wie schafft man es, diese einzuhalten?

Michael Despeghel: Die guten Vorsätze von Neujahr setzen nur fünf Prozent der Leute tatsächlich um. Der Rest fühlt sich frustriert und demotiviert. Darum ist es von Anfang an besser, einen Plan zu haben und grundsätzlich etwas im Leben und an der Gesundheit zu verbessern und sich nicht auf ein oder zwei Sachen zu beschränken. Mit einem festen Konzept sind die Chancen hoch, dauerhaft etwas zu erreichen.

Die meisten Menschen scheinen im Prinzip zu wissen, was gut und gesund ist. Warum ist es so schwer, das umzusetzen?

Michael Despeghel: Die Menschen denken, im Bereich Gesundheit gut informiert zu sein. Studien zeigen aber, dass oft die Kernkompetenz nicht vorhanden ist. Die landläufige Meinung beispielsweise ist, dass mehr Bewegung immer anstrengend sein muss und beim Abnehmen setzt man am besten auf Low Carb. Nach drei Wochen wird dann klar: Ohne Kohlenhydrate ist das Leben ganz schön fad. Und dann scheitert man. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, das Gewicht zu optimieren, dabei muss man sich nicht sklavisch an eine Methode halten, man sollte die finden, die zu einen passt. Viele Leute haben einen falschen Eindruck von dem, was sie leisten müssten, um etwas zu ändern und ihre Vorstellungen davon sind so weit von ihrem jetzigen Leben entfernt, dass sie nicht dabei bleiben oder überhaupt anfangen.

So viel braucht es also gar nicht, um seinen Lebensstil auf gesünder zu programmieren?

Michael Despeghel: Wenn ich untrainiert bin, und bereit, viermal die Woche fünf Minuten Zeit in Krafttraining zu investieren, könnte ich nach zwölf Wochen eine um 40 Prozent gesteigerte Leistungsfähigkeit messen. Wenn die richtigen Dinge angepackt werden, ist der Aufwand sehr gering. Wer täglich 400 Stufen geht, hat zum Beispiel die gleiche Leistung erbracht wie bei 20 Minuten Joggen.

Sie geben Empfehlungen, wie man in drei Monaten seinen Lebensstil zum Besseren ändern könnte. Warum gerade zwölf Wochen?

Michael Despeghel: Tatsächlich scheint das ein Zeitraum zu sein, in dem sich das Unterbewusstsein umprogrammieren und der innere Schweinehund etwas zähmen lässt. Wenn man mal eine Phase erreicht hat, in der man Erfolgserlebnisse sehen kann, hält man leichter durch.

Was lässt sich in drei Monaten generell erreichen?

Michael Despeghel: Relativ viel. Im Blut ist nachzuweisen, dass Entzündungen im Körper nach drei Monaten verschwinden, wenn das Essverhalten optimiert wird. Bei geringerer Kalorienzufuhr kann man in dieser Zeit zudem bis zu zehn Kilo abnehmen. Die körperliche Leistungsfähigkeit lässt sich um 40 Prozent steigern. In drei Monaten kann man Meditation und Achtsamkeit so weit trainieren, um Stress dadurch zu reduzieren. Die Fitness im Allgemeinen kann in 90 Tagen deutlich erhöht werden, neue Projekte gehen die Leute mit mehr Dynamik an. Im medizinischen Bereich kommt dazu, dass der Blutdruck runter geht, der Ruhepuls reduziert sich als Zeichen, dass die Leistungsfähigkeit gestiegen ist. Die Schlafqualität und das Blutbild verbessern sich. Der Bauchumfang kann in drei Monaten um fünf bis zehn Zentimeter schrumpfen.

Das Entscheidende ist wirklich, einen Plan zu haben für diese drei Monate. So müssen die Menschen nicht ihr komplettes Leben ändern, sondern nur für diesen kurzen Zeitraum. In der Hoffnung, dass sie danach dabei bleiben. Der Plan muss so aufgebaut sein, dass einerseits Erfolge sichtbar, andererseits die Leute aber damit nicht überfordert werden. Da es so viele unterschiedliche Menschen gibt, haben wir sie in drei unterschiedliche Gruppen eingeteilt und die bekommen für sie zugeschnittene Empfehlungen.

Eckart von Hirschhausen hat gerade verraten, dass er durch Intervallfasten zehn Kilo abgenommen hat. Was ist das Erfolgsrezept hinter dieser Methode?

Michael Despeghel: Insulin ist ein wichtiger Faktor beim Abnehmen. Wenn ständig Nahrung aufgenommen wird, muss die Bauchspeicheldrüse auch ständig Insulin liefern. Irgendwann sind die Zellen resistent und können keinen Zucker mehr speichern. Nur das Fettgewebe nimmt weiter auf. Wenn man dem Körper Phasen gibt, in denen er keine Nahrung bekommt, und kein Insulin produziert werden muss, erholt sich dieses System. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten das anzugehen, die einfachste Form besteht aus drei Mahlzeiten mit vier Stunden Pause dazwischen. Andere Wege führen schneller zum Erfolg.

Mit längeren Pausen dazwischen.

Michael Despeghel: Einerseits gibt es die 16:8-Methode, das heisst, 16 Stunden wird auf Nahrung verzichtet. Was relativ einfach umzusetzen ist, indem man normal schläft und dann das Frühstück ausfallen lässt oder nach hinten schiebt. Kritiker werfen ein, dass dann nur noch acht Stunden übrig sind, um auch die Schutzstoffe zu essen, die der Körper braucht: 500 Gramm Gemüse, zwei Stücke Obst, eine Handvoll Nüsse und Samen sowie komplexe Kohlenhydrate. Aber: 16 Stunden ohne Insulinanflutung helfen auf alle Fälle, um Gewicht zu verlieren. Es gibt sogar Menschen, die nach der 20:4-Methode fasten, also 20 Stunden nichts essen. Und dann gibt es noch den Ansatz, zwei Tage pro Woche zu fasten und fünf Tage normal zu essen. Was die Gewichtsreduktion angeht, erzielt man ähnliche Ergebnisse wie bei 16:8. Der Vorteil ist: Man muss sich nicht jeden Tag damit beschäftigen. Es gibt bei diesen Methoden kein besser oder schlechter, man muss einfach ausprobieren, was zu einem passt.

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Kategorie: Bücher, Interviews

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