Zero Waste in der Küche: So landet nichts mehr im Müll!

Sophia Hoffmann erklärt

Quelle: Lars Walther

Müll beim Kochen vermeiden – Sophia Hoffmann will in „Zero Waste Küche“ zeigen, wie das geht. Hier verrät die Berliner Köchin ihre wichtigsten Tipps.

Die Philosophie des Zero Waste (null Müll) verbreitet sich immer weiter. Wer sein Leben danach ausrichten will, kann sich in Ratgebern wie „Zero Waste: Weniger Müll ist das neue Grün“, „Glücklich leben ohne Müll!“ oder „Das Zero-Waste-Nähbuch“ informieren. Die Bloggerin, Köchin und Aktivistin Sophia Hoffmann widmet sich nun in „Zero Waste Küche“ (ZS Verlag) dem Thema Kochen und Lebensmittel: „Wenn ich einen angeschlagenen Apfel sehe, denke ich nicht über die braune Stelle nach, sondern über die 80 % intaktes Fruchtfleisch und was ich damit noch alles anstellen kann. Ich sehe keine Mängel, sondern Möglichkeiten“, erklärt sie.

Die Autorin will in ihrem Buch Tipps zu Einkauf, Verwertung, Nachhaltigkeit und Lagerung geben und stellt Rezepte vor: „Wer bewusst auswählt, schmeisst auch weniger leicht Essen weg. Leider herrscht in unserer Überflussgesellschaft die Meinung, Lebensmittel müssten vor allem billig und jederzeit im Überfluss vorhanden sein“, sagt sie. Brot sei das perfekte Beispiel: „Von einem der historisch bedeutendsten (Über-)Lebensmittel der Menschheit wurde es zu einem Wegwerfprodukt minderer Qualität. Jede fünfte Backware landet hierzulande im Müll. Das sind 1,7 Millionen Tonnen.“ Die Verringerung verschwendeter Nahrungsmittel zusammen mit der Müll-Reduktion sei eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. „40% wird in Privathaushalten weggeworfen. Da kann jeder von uns was dran ändern.“

Das sind die Tipps von Sophia Hoffmann

Weniger Einkaufen

Wir kaufen alle viel zu viel ein. Mein Tipp: Pro Person nur so viel, wie man alleine tragen kann, das heisst eine gut gefüllte Stofftasche. Nach dem Einkauf darauf achten, was zuerst verzehrt werden muss. Beeren? Sofort waschen, sortieren und die angeschlagenen pürieren (im Kühlschrank haltbar für Müsli, Smoothies,…). Salate? Leicht welkende Pflücksalate tagesfrisch verzehren, länger haltbare (Endiviensalat, Chinakohl, Römersalat) im Laufe der Woche.

Keine Reste

Eine Reise steht bevor, doch der Kühlschrank ist voll? Die Lebensmittel im Freundeskreis, an Nachbarn oder über foodsharing.de verschenken, sie als Reiseproviant verwenden oder haltbar machen: Blanchiert und eingefroren hat man nach der Rückkehr Obst- und Gemüse-Vorräte, aus denen sich schnell eine Suppe, Nudelsauce oder ein süsses Frühstück bereiten lässt. Viele (pflanzliche) Milchprodukte, Tofu und tierische Produkte lassen sich super einfrieren.

Inventur

Der Vorratsschrank ist voll mit Trockenprodukten: Mehl? Wie wäre es mit Kuchen, Pfannkuchen, Fladenbrot, Pizza, Pasta, Strudel? Reispapier? Wie wäre es mit Sommerrollen oder knusprigem Reispapier-Bacon? Jeder sollte versuchen, einmal im Jahr einen Monat keine Trockenprodukte zu kaufen und alles aufzubrauchen, was man zuhause hat!

Improvisation

Wer Lebensmittel als Werkstoff begreift, lernt, etwas daraus zu kreieren. Man sollte sich nicht dogmatisch an Rezepte halten. Herzhafter Eintopf schmeckt mit Zwiebeln genauso gut wie mit Lauch. Pommes kann man aus Kartoffeln, Süsskartoffeln, Sellerie und Steckrübe selbst machen. Paprika lassen sich mit Reisresten genauso lecker füllen wie mit gekochter Hirse. Statt Zitronensaft funktioniert auch Apfelessig zum Abschmecken. Austauschen, experimentieren, sich trauen!

Alles verwenden

Leaf to Root lautet das Schlagwort. Die Blätter vieler Gemüsearten lassen sich nicht nur hervorragend verzehren, sie sind sogar besonders nährstoffreich und lecker. Ob von Karotte, Bete, Kohlrabi oder Radieschen – als Pesto, Gemüse oder Salat – zu schade zum Wegschmeissen. Getriebene Zwiebeln? Besonders gesund und lecker. Das Grüne vom Lauch und Frühlingszwiebeln: Fein geschnitten herrlich auf der Stulle. Aber bitte in Pestizid-freier Bioqualität!

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