„Reiss aus“: Ein Projekt, das das Fernweh schürt

Lena Wendt und ihr Freund Ulrich Stirnat sind zwei Jahre lang durch Westafrika gereist

Quelle: Lena Wendt, Ulrich Stirnat

Einfach ausreissen, das haben Lena Wendt und Ulrich Stirnat getan. Zwei Jahre lang reiste das Paar durch Westafrika. Jetzt erscheint nicht nur eine Dokumentation im Kino, sondern auch ein Reisebericht in Buchform.

Einfach ausbrechen. Den Alltag hinter sich lassen. Im Hier und Jetzt sein. Das, wovon immer mehr Menschen träumen, sich aber nicht trauen, haben Lena Wendt und Ulrich Stirnat einfach gemacht. Eigentlich wollte sich das Paar nur ein halbes Jahr Auszeit nehmen und mit ihrem alten Land Rover von Hamburg nach Südafrika fahren. Doch daraus wurden schliesslich zwei Jahre und eine Reise durch Westafrika. Von Marokko über den Senegal, Mali, die Elfenbeinküste bis Benin, Liberia und Sierra Leone.

Zurück in Deutschland starteten die beiden eine Crowdfunding-Aktion mit dem Ziel ihre Eindrücke von der Reise durch Afrika zu einem Film zu machen, der ein anderes Bild von dem Kontinent zeichnet, als es uns die vielen Klischees vermitteln, die man hierzulande so hat. Am 14. März ist es nun so weit: „Reiss aus. Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum“ startet in den Kinos.

Das Buch zum Reise-Film

Parallel dazu hat Lena Wendt, die vor der grossen Abenteuer-Reise als Journalistin gearbeitet hat, ein Buch geschrieben, in dem sie ihre ganz persönliche Sicht der Dinge schildert. „Reiss aus. 46’000 Kilometer Roadtrip durch Afrika. Oder von einer die auszog, um leben zu lernen“ erscheint kurz nach dem Kinostart am 20. März auf dem Markt. „Diese Geschichte basiert auf meinen persönlichen Erlebnissen, Gefühlen und Erfahrungen während der 22 Monate, die ich gemeinsam mit Ulli durch Westafrika gefahren bin“, beginnt das Buch mit dem Vorwort.

Wendts Buch ist nicht nur ein Reisebericht der besonderen Art mit vielen detaillierten Schilderungen zu den Erlebnissen in den 14 westafrikanischen Ländern und farbenfrohen Fotos, sondern auch ein Plädoyer dafür, seine Komfortzone zu verlassen und sich hinaus ins Abenteuer zu wagen. Wenn man das denn möchte und sich bislang nur nicht getraut hat, weil man sich hinter vermeintlich unüberwindbaren Bergen an Verpflichtungen gefangen sieht.

Das Ziel des Buchs beschreibt Wendt ebenfalls in ihrem Vorwort: „Ich wünsche mir, dass es dir Mut macht, falls du nicht eh schon unterwegs bist, loszulaufen. Was auch immer dein Traum ist, fang an ihn zu leben! Denn mal ehrlich, wenn ich das kann, kannst du das auch!“

Doch was sorgte überhaupt dafür, dass die beiden für zwei Jahre lang ihr geregeltes und vom Alltag bestimmtes Leben in Deutschland aufgeben? Kurz nachdem Lena und Ulli eine gemeinsame Altbauwohnung in Hamburg-Eimsbüttel bezogen haben, packt die Journalistin das Reisefieber und ihren Freund – während sie sechs Wochen allein backpackt – das Burnout. Der Zusammenbruch von Ulli sei einer der Auslöser gewesen, die Reiseplanung und die Auszeit endgültig anzugehen, beschreibt Wendt in ihrem Buch.

Jedes Kapitel beschliesst sie mit einer „gelernten Lebensschlauheit des Tages“. Das erste Kapitel „Europa“ endet daher mit den Worten: „Ich schwöre hiermit hoch und heilig, ab sofort aufzuhören, meine Arbeit über mein Leben zu stellen. Und mir Zeit zu nehmen, eine Weile aus meinem Leben auszusteigen, um es aus der Distanz und mit Abstand neu zu betrachten.“

Für wen sind Buch und Film gemacht?

Für alle, die „Weit“ im Kino gesehen haben und sich mehr Inspiration und Denkanstösse dieser Art wünschen. Auch Lena Wendt und Ulrich Stirnat hat die Reisedokumentation von Patrick Allgaier und Gwendolin Weisser nach ihrer Rückkehr nach Deutschland dazu inspiriert aus ihrem Videomaterial, das sie eigentlich für Freunde und Familie aufgenommen hatten, etwas Grösseres zu machen.

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