Wie gefährlich ist ein grosser Gewichtsverlust in kurzer Zeit?

Schneller Gewichtsverlust kann zu Problemen mit Kreislauf und Stoffwechsel führen

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Auch in der diesjährigen „The Biggest Loser“-Staffel haben die Kandidaten wieder haufenweise Pfunde purzeln lassen – inklusive eines neuen Abnehmrekords. Doch was macht ein grosser Gewichtsverlust in so kurzer Zeit mit dem Körper?

Die aktuelle zwölfte Staffel der Sat.1-Abspeck-Show „The Biggest Loser“ geht dem Ende entgegen. Am 27. März kommen die Teilnehmer noch einmal in einem grossen Finale zusammen und vergleichen ihre Zahlen auf der Waage. Kandidat Daniel (31), ein Fahrschullehrer aus Springe in Niedersachsen, hat dieses Jahr einen neuen Abnehmrekord gebrochen: In nur einer Woche rauschte sein Gewicht von zuvor 203,8 kg auf nur mehr 182,4 kg nach unten. Damit verlor er unfassbare 21,4 kg. Für den Körper kann das allerdings eine grosse Herausforderung sein, weiss Ernährungsexperte Michael Despeghel („Medizinmänner“).

Probleme mit Kreislauf und Stoffwechsel

„Wenn zum Beispiel Blutdruckprobleme vorliegen, die auch behandelt werden, oder wenn ein Diabetes Typ 2 vorhanden ist, dann ist das sicherlich nicht so einfach und ungefährlich für den Körper“, erklärt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. Wie der Körper auf einen so grossen Gewichtsverlust reagiert, hänge immer von der Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Menschen ab. „Sind die Leute gesund, kann man davon ausgehen, dass sich der Kreislauf melden wird. Auch der Stoffwechsel macht dabei plötzlich eine grosse Veränderung durch.“

Bei „The Biggest Loser“ trainieren und essen die Kandidaten über mehrere Wochen unter den Augen professioneller Fitness-Coaches. Die strengen Regeln und die Disziplin auch nach der Sendung beizubehalten, stellt viele vor eine grosse Herausforderung. „Der Körper kann sich nur an das neue Gewicht gewöhnen, wenn man ein nachhaltiges Programm hat. Ist das nicht der Fall, nehmen die meisten, sobald sich diese Massnahmen ändern, wieder drastisch zu. Das ist dann der bekannte Jo-Jo-Effekt“, merkt Despeghel an.

Unterschiedlich grosse Gewichtsverluste

In der Staffel herrscht bei einigen Kandidaten oft Frust, da sie innerhalb einer Woche nicht so viel Gewicht verloren haben, wie erhofft. Die grossen Unterschiede würden dabei von mehreren Faktoren abhängen, so der Ernährungsexperte. „Das liegt am Ausgangsgewicht und auch daran, dass jeder über eine unterschiedlich grosse Muskelmasse verfügt, die mitunter für die Fettverbrennung sorgt. Die Frage ist auch, wie der Insulinspiegel funktioniert. Ist der vielleicht schon durch eine erworbene Zuckerkrankheit erhöht, ist die Fettverbrennung ebenfalls schlechter.“

Folgeerscheinungen beim Abnehmen

Im vergangenen Jahr hat Kandidat Mario aus Sachsen insgesamt 101,4 kg bei „The Biggest Loser“ abgespeckt – ein stolzes Ergebnis. Doch ein so grosser Gewichtsverlust birgt auch einige gravierende Folgeerscheinungen. „Die Bauchdecke dürfte in so einem Fall so stark gedehnt worden sein, dass sie sich kaum mehr von allein zurückbildet. Das ist natürlich ein riesiges kosmetisches Problem“, erklärt Despeghel. „Medizinisch gesehen geht es den Leuten aber, ausser dass sie einen tieferen Blutdruck, Schwindelgefühl und Müdigkeit haben, recht gut, weil sie dem Körper helfen, wieder an normale Bedingungen zu kommen.“

Das grosse Finale der zwölften Staffel von „The Biggest Loser“ ist am morgigen Freitag, 27. März, um 20:15 Uhr in Sat.1 zu sehen.