Toasted-Skin-Syndrom: So können Wärmflaschen der Haut schaden

Mit der Wärmflasche im Bett einkuscheln: Im Winter gibt es kaum etwas Gemütlicheres.

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Wer liebt es nicht, sich in der kalten Jahreszeit mit einer warmen Wärmflasche einzukuscheln? Doch das kann der Haut schaden und zum sogenannten Toasted-Skin-Syndrom führen. Was steckt dahinter?

In der kalten Jahreszeit sind Wärmflaschen für viele Menschen unverzichtbare Begleiter, um sich einzukuscheln und aufzuwärmen. Doch hinter dem wohlig warmen Gefühl verbirgt sich ein kaum bekanntes Risiko: das sogenannte Toasted-Skin-Syndrom.

Denn so wohltuend Wärme auch sein kann – ob bei Kälte, Bauch- oder Rückenschmerzen: Die intensive Nutzung von Wärmflaschen, Körnerkissen oder Heizdecken kann zu hitzebedingten Hautschäden führen.

Was ist das Toasted-Skin-Syndrom?

Beim Toasted-Skin-Syndrom handelt es sich nicht – wie der Name vermuten lässt – um eine Verbrennung oder „Röstung“ der Haut, sondern um einen netzförmigen rotbraunen Hautausschlag. Er entsteht, wenn länger andauernde oder wiederholte Wärmeeinwirkung Schäden an den oberflächlichen Blutgefässen verursacht. Dadurch treten Erythrozyten aus. Deren Abbauprodukte lagern sich ebenso wie freigesetztes Melanin in der Haut ab – es kommt zur Hyperpigmentierung. Die Haut rötet sich.

Fachsprachlich ist das Toasted-Skin-Syndrom als „Erythema ab igne“ („Rötung durch Feuer“) bekannt. Neu ist das Ganze nicht: Früher war es eine häufige Erscheinung bei Berufsgruppen, die viel in Kontakt mit Hitze waren, etwa bei Schmieden, Glasbläsern oder Bäckern. Neben Wärmflaschen oder Körnerkissen gehören heute auch Sitzheizungen im Auto oder auf dem Schoss platzierte Laptops zu den Hauptursachen.

Die Verfärbung ist zwar nicht schmerzhaft und verursacht auch sonst meist keine Beschwerden. Allerdings kann die Hautveränderung chronisch werden, wenn die Haut weiter regelmässig Wärme ausgesetzt wird. Das Hautbild normalisiert sich im Normalfall aber innerhalb einiger Wochen. Feuchtigkeitscremes oder Aloe Vera können die Heilung unterstützen.

Toasted-Skin-Syndrom vermeiden

Die wichtigste Massnahme gegen das Toasted-Skin-Syndrom ist das Meiden der Wärmequelle. Wer mit dem Laptop auf dem Schoss arbeiten will, sollte zumindest ein Tablett oder eine andere Unterlage zwischen Körper und Gerät schieben.

Wärmflaschen sollten niemals in direktem Kontakt zur nackten Haut sein: Sie können in eigens dafür bestimmte Hüllen gesteckt, durch Kleidung oder eine Decke von der Haut getrennt werden. Zudem sollte man Wärmflaschen generell nicht mit 100 Grad heissem Wasser befüllen, da es so zu Verbrennungen kommen kann. Lieber nur auf 70 oder 80 Grad erhitzen.

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