Gardasee: Darum wird der Urlaub besonders entspannt

Segelboot auf dem menschenleeren Gardasee bei Riva del Garda: Ganz so einsam wird es auch in diesem Jahr nur in den frühen Morgenstunden sein.

Der Gardasee ist das Sehnsuchtsziel von vielen Urlaubern. Nach dem Lockdown startet der Tourismus am grössten See Italiens jetzt wieder. Dieses Jahr bietet sich die Chance auf einen deutlich ruhigeren Urlaub. Wie Hotels und Vergnügungsparks mit den Corona-Vorgaben umgehen.

Der Gardasee ist nicht nur schön, er ist einfach praktisch: Schnell von der Schweiz aus erreichbar, sauberes Wasser, guter Service. Mit zuletzt rund 24 Millionen Übernachtungen hat sich die Region zu einer touristischen Goldgrube entwickelt. Doch der erfolgreiche Fremdenverkehr drohte das Idyll an der Grenze von Lombardei und Venetien zuletzt zu erdrücken. Zu viele Menschen, zu viele Autos, zu viele Campingplätze. Dieses Jahr besteht wegen der Corona-Krise die Chance auf einen ruhigeren Urlaub.

Im Freizeitpark hat jeder Besucher 30 Quadratmeter Platz

Die Corona-Vorschriften verpassen dem zunehmend kritisierten Tourismusboom einen Dämpfer, zum Vorteil der Urlauber, die jetzt noch rechtzeitig ein freies Bett ergattern konnten. Alles wird heruntergefahren, um die Ansteckungsrisiken zu minimieren. Zum Beispiel im stark frequentierten Gardaland, das sich ein strenges Hygieneprotokoll verordnet hat.

Die Zahl der Besucher wird auf einen Gast pro 30 Quadratmeter Fläche begrenzt, Mund-Nasen-Schutz, Fiebertests und Mindestabstand sind Pflicht. Bänke, Müllboxen und Attraktionen werden fortlaufend desinfiziert. Der Mindestabstand führt auch dazu, dass sich die Gäste in den Adrenalin-Attraktionen wie Raptor, Oblivion und Blue Tornado ohne Sitznachbarn durchschütteln lassen können.

Eins von drei Hotels hat dicht

Geschickt stellt der Park-Betreiber aus Castelnuovo am südöstlichen Rand des Sees die Massnahmen als Alleinstellungsmerkmal heraus: „Im Gegensatz zu Stadtzentren, Parks oder Stränden hat das Gardaland die Möglichkeit, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren und so das Ansteckungsrisiko zu senken“, heisst es in einer Mitteilung. Auch die zugehörigen Themen-Hotels laufen nur mit Zwei-Drittel-Kraft: Das Gardaland Hotel und das Gardaland Adventure Hotel haben geöffnet und werden mit Ozon fortlaufend desinfiziert. Das neu eröffnete Magic Hotel fällt in den Dornröschenschlaf und wird erst in den Wintermonaten wiedereröffnen, sofern es die Infektionszahlen zulassen. Das wiederum verspricht entspanntes Speisen, das ohnehin nur nach vorheriger Anmeldung möglich ist.

Am Strand keine Masken- aber Abstandspflicht

Mit den in Italien geltenden Hygieneregeln werden sich die meisten Schweizer ein wenig wie zuhause fühlen. Sie entsprechen in etwa dem, was aktuell in den meisten Bundesländern gilt: Mindestabstand von einem Meter an Land, von zwei Metern beim Sport und beim Baden, Händewaschen, Tischabstände in Restaurants. Auch wenn die Italiener mehr noch als unsereins ihre Masken unter freiem Himmel tragen, so gilt erfreulicherweise keine Maskenpflicht am Strand. Die in sozialen Medien verbreiteten Gag-Bilder von Touristen mit nicht ganz nahtloser Gesichtsbräune werden also keine Realität werden.

Im Nobelhotel hielt man auch schon vor Corona Abstand

Das Vier-Sterne-S-Hotel mit dem vornehmen Namen „Du Lac et Du Parc Grand Resort“ in Riva del Garda gehörte auch vor Corona nicht gerade zu den Orten, an denen sich Touristen auf die Füsse treten. In dem hoteleigenen, sieben Hektar grossen Park bedarf es keiner Wegmarkierungen oder Ordnungsdienst, um den nötigen Abstand zu halten.

Während die Spas vorerst noch geschlossen bleiben müssen, werden die Pools und Fitnessstudios geöffnet sein – mit sieben Quadratmetern Platz pro Kopf. Die Nobelherberge setzt nach eigenen Angaben hochmoderne elektrostatische Diffusoren für die Desinfektion von Oberflächen und Gegenständen ein. In den Restaurants soll jeder Gast mindestens vier Quadratmeter Platz für sich haben. So lässt es sich angstfrei urlauben.

Der Gardasee ist auch ohne krachende Events schön genug

Zu einem der Highlights des Jahres gehört das Feuerwerk, das in Riva del Garda im Rahmen der Märchennacht („Notte die Fiaba“) den Nachthimmel spektakulär erleuchtet. Wie bei vielen anderen Veranstaltungen rund um den Gardasee ist noch nicht klar, ob dieses Fest stattfinden kann. Immerhin: Der Termin (27. bis 30. August) steht bereits vorläufig fest. Wer es nach all der sozialen Distanz mal wieder so richtig krachen lassen will, dem sei dieses Event empfohlen. Und wenn es denn nicht stattfindet, dann bleibt doch der Trost, dass gerade im Urlaub weniger manchmal mehr ist. Der Gardasee ist doch auch ohne Party schön genug.