15. Todestag Michael Jackson: Der abgestürzte King of Pop

Produzierte in seiner Karriere unzählige Hits und Schlagzeilen: US-Superstar Michael Jackson.

Quelle: imago/FAMOUS

Am 25. Juni 2009 endete das Leben des King of Pop auf tragische Weise. Fünfzehn Jahre nach Michael Jacksons Tod ist der Kampf um sein Vermächtnis immer noch nicht ausgefochten.

Michael Jackson (1958-2009) ist in jeder Hinsicht ein Künstler der Rekorde. Der offiziellen Website der 2009 verstorbenen Musiklegende zufolge sind allein im „Guinness Buch der Rekorde“ unter seinem Namen derzeit ganze 39 Weltrekorde dokumentiert. Zu den gelisteten Höchstleistungen zählen unter anderem Auszeichnungen als „Erfolgreichster Künstler aller Zeiten“, „Männlicher Solokünstler mit den meisten Nr. 1-Singles in den US-amerikanischen Charts“ (insgesamt 14) oder auch „Künstler mit dem höchstdotierten Plattenvertrag“ (890 Millionen US-Dollar mit Sony Music). Sein Album „Thriller“ aus dem Jahr 1982 ist auch heute noch mit über 66 Millionen verkauften Exemplaren das bislang meistverkaufte Album der Musikgeschichte.

Weltrekord in Wohltätigkeit

Neben solchen kommerziellen Rekorden findet sich jedoch auch ein Eintrag, der den Blick auf eine weitere Facette dieser schillernden und widersprüchlichen Persönlichkeit lenkt. Im Jahr 2000 wurde er als Künstler geehrt, der weltweit die meisten Wohltätigkeitsorganisationen finanziell und repräsentativ unterstützt haben soll. Michael Jackson war also nicht nur unfassbar erfolgreich, sondern zugleich auch extrem grosszügig. So spendete er etwa sämtliche Erlöse (Schätzungen zufolge etwa 100 Millionen Dollar) der 1992 und 1993 absolvierten „Dangerous World Tour“ seiner „Heal the World“-Stiftung und anderen wohltätigen Organisationen.

Absturz auf dem Höhepunkt des Ruhms

Das Jahr 1993 markiert jedoch zugleich auch den grössten Wendepunkt in Michael Jacksons bis dahin raketenhaft in immer höhere Erfolgssphären rasender Karriere und sorgte für einen traurigen weiteren Rekord – für den vermutlich grössten Künstlerabsturz aller Zeiten. Als im August 1993 ein erstes Ermittlungsverfahren zu angeblichem Kindesmissbrauch auf der sagenumwobenen „Neverland Ranch“ des Sängers eröffnet wurde, bekam Jacksons Karriere einen vernichtenden Rückschlag, von dem er sich nie wieder erholte.

Im November 1993 brach der gesundheitlich angeschlagene King of Pop die laufende „Dangerous World Tour“ abrupt ab. Auch wenn das Ermittlungsverfahren im Januar 1994 nach einer aussergerichtlichen Einigung, bei der die Klägerseite eine Abfindung von 20 Millionen US-Dollar erhielt, eingestellt wurde, hatte Michael Jacksons öffentliches Ansehen irreparablen Schaden erlitten.

Fortan fokussierte sich die Berichterstattung über den abgestürzten Pop-König vor allem auf sein immer bizarreres Aussehen und seine beiden Ehen mit Lisa Marie Presley (1968-2023) zwischen 1994 und 1996 und der Krankenschwester Debbie Rowe (65) von 1996 bis 1999. Für weitere Schlagzeilen sorgten die Geburten seiner drei Kinder Prince Michael Jr. (27), Paris (26) und Prince Michael Jackson II (22).

Letztes Album „Invincible“ geriet zum Flop

Bevor er sich zwischen 2003 und 2005 einer weiteren Anklage wegen Kindesmissbrauchs stellen musste (von der er am Ende abermals freigesprochen wurde) schien auch seine musikalische Karriere endgültig in sich zusammenzubrechen. Sein letztes Album mit dem selbstbewussten Titel „Invincible“ (dt. „Unbesiegbar“) stellte zwar mit geschätzten Produktionskosten von 30 Millionen US-Dollar einen weiteren Weltrekord auf, wurde jedoch zu einem kommerziellen Mega-Flop, aus dem der Musiker mit einem riesigen Schuldenberg hervorging.

Ohne ein weiteres Album veröffentlicht zu haben, kündigte Michael Jackson Anfang 2009, im Alter von nur 50 Jahren, überraschend eine Abschiedskonzertreihe mit dem sprechenden Titel „This Is It“ an. Nachdem für den Show-Marathon in der Londoner O₂ Arena zunächst nur zehn Konzerte angesetzt waren, wurden aufgrund der enormen Nachfrage alarmierter Fans schrittweise 40 weitere Termine hinzugefügt, die vom Juli 2009 bis zum März 2010 absolviert werden sollten. Da Michael Jackson am 25. Juni 2009, 18 Tage vor dem geplanten Tournee-Start, an einer akuten Vergiftung durch das Narkosemittel Propofol verstarb, sollte jedoch keiner dieser denkwürdigen Auftritte stattfinden.

„Leaving Neverland“-Doku aktualisiert Missbrauchsvorwürfe

Auch fünfzehn Jahre nach seinem Tod scheint das öffentliche Ringen um die angemessene Einordnung des Phänomens Michael Jackson noch lange nicht abgeschlossen zu sein. Im Jahr 2019 wurden die vorherigen Missbrauchsvorwürfe gegen die Musiklegende in der HBO-Doku „Leaving Neverland“ nochmals mit neuen Aussagen mutmasslich Betroffener thematisiert, was einem Bericht des „Musikexpress“ zufolge unter anderem dazu führte, das zahlreiche Radiosender Jacksons Superhits aus ihrem Programm verbannten.

Nach dem Abebben dieser neuerlichen Empörungswelle rückten wieder Projekte in den Fokus, die sich den erfreulicheren Aspekten seiner Karriere und seinem unbestreitbar gigantischen musikalischen Werk widmen. So beleuchtet derzeit „MJ – Das Michael Jackson Musical“, das im Februar 2022 auf dem Broadway seine Weltpremiere hatte und im Dezember 2024 auch nach Deutschland kommen soll, die Entstehungsgeschichte seiner „Dangerous“-Welttournee im Jahr 1992.

Neffe Jaffar verkörpert Michael Jackson in Biopic

Für weitere Positivschlagzeilen sorgte die Ankündigung eines Michael-Jackson-Biopics mit dem Titel „Michael“, das im April 2025 in die Kinos kommen soll. In der Verfilmung seiner rekordverdächtigen Lebensgeschichte wird das umstrittene Musik-Genie von Jaafar Jackson (27), dem Sohn von Michael Jacksons älterem Bruder Jermaine (69), verkörpert. Ein im Februar von der Produktionsfirma Lionsgate Films auf X gepostetes erstes Szenenbild des Films lässt eine erstaunliche Ähnlichkeit des schauspielernden Neffen mit seinem berühmten Onkel erkennen. Ob der Film der langen Liste der Michael-Jackson-Rekorde einen weiteren hinzufügen wird, bleibt abzuwarten.

Vorheriger ArtikelSo lebt Michael Jacksons Schimpanse Bubbles heute
Nächster ArtikelPrinzessin Anne soll sich nicht an den Unfall erinnern können