Michael Caine: Regisseur-Liebling, Allzweckwaffe, Sir

Auch mit nun 85 Jahren noch immer ein cooler Hund: Michael Caine

Quelle: Denis Makarenko / Shutterstock.com

Sir Michael Caine hat schon alles gespielt. In Oscar-Filmen und absoluten Gurken mitgewirkt. Am 14. März ist er 85 geworden und hat mit der Hollywood-Karriere hoffentlich noch lange nicht abgeschlossen.

Britische Schauspieler und Schauspielerinnen haben eine lange Tradition darin, in Hollywood Fuss zu fassen – und das nicht nur wegen ihres so verdammt tollen Akzents. Wer wüsste das besser als Michael Caine (85), der, hoffentlich nimmt er uns das nicht übel, angesichts seines hohen Alters selbst einen grossen Teil zu eben jener Tradition beigetragen hat. In über 160 Filmen wirkte er seither mit, wurde längst zum Sir ernannt und Star-Regisseur Christopher Nolan (47) möchte gar nicht mehr ohne ihn auskommen. Das sind aber nur ausgewählte Fakten über das Geburtstagskind, für den 85 Kerzen auf dem Kuchen platziert werden mussten.

Kein einfacher Start

Früh fasste Maurice Joseph Micklewhite den Entschluss, nicht das triste Leben seines Vaters teilen zu wollen. Eine Karriere im Rampenlicht hatte es ihm angetan. Bevor die Schauspiel-Karriere Realität werden konnte, musste er allerdings zum Militär. Für den Zweiten Weltkrieg war der in London geborene Mime noch zu jung, für den Koreakrieg in den 50er Jahren, bei dem auch das Vereinigte Königreich involviert war, aber nicht. Eine grausame Erfahrung, die ihn nie wieder loslassen sollte.

Erst danach konnte er also seinen Plan von Ruhm und Ehre vor der Kamera in die Tat umsetzen. Den sperrigen Geburtsnamen wurde er in Anlehnung an den Streifen „Die Caine war ihr Schicksal“ los, als Michael Caine ergatterte er 1956 seine erste Rolle – und wurde im Werk „An vorderster Front“ prompt zurück in den Koreakrieg geschickt. Tatsächlich fungierte er bei dem Film aufgrund seiner Erfahrungen als 19-Jähriger sogar als Berater.

(Fast) lückenloser Lebenslauf

Unglaublich aber wahr: Seit seinem Karrierestart hat Caine mit wenigen Ausnahmen einen lückenlosen Lebenslauf und war bis heute in fast jedem Jahr auf der Leinwand zu sehen. Dass er sich dabei nicht nur Perlen ausgesucht hat, das ist Caine auf charmante Weise selbst bewusst. Die Seite „Daily Mail“ zitiert ihn mit den Worten: „Ich habe eine verdammt hohe Anzahl an Filmen gemacht. Und ich habe viele verdammt schlechte Filme gemacht.“

Sein berühmtestes Zitat rührt von der Frage, ob er jemals den gar grausamen Streifen „Der weisse Hai – Die Abrechnung“ gesehen habe, in dem er selbst eine tragende Rolle innehatte. „Nie! Ich habe gehört, dass er schrecklich sein soll“, so Caine. „Aber ich habe das Haus gesehen, das wegen ihm gebaut werden konnte. Und das ist traumhaft.“

An kein Genre gebunden

Auch wenn ihm zunächst nicht sofort die ganz grossen Rollen zuflogen, musste sich Caine im Gegensatz zu seinem Vater also schon früh keine Sorgen mehr um die Finanzen machen. Was auch daran lag, dass er sich als ungemein vielseitiger Charakterdarsteller entpuppte. Ob Kriegsfilm, Komödie, Action-, Sci-Fi- oder Liebesfilm: Im Laufe seiner langen Karriere war im Grunde kein Genre vor ihm sicher. Zu seinem besten Freund in all diesen turbulenten Jahren wurde ein gewisser Sean Connery.

Mit dem Film „Zulu“ von 1964 gelang Caine schliesslich der finale Durchbruch. Seither ist es wohl nicht vermessen, ihn als den berühmtesten Cockney-Akzent der Filmgeschichte zu bezeichnen. Auch wenn sich der heute 85-Jährige nie für eine Rolle zu schade war, an seiner Reputation konnte das nicht kratzen. Sechs Oscar-Nominierungen darf er sein Eigen nennen, von denen er zwei gewinnen konnte. 1987 für „Hannah und ihre Schwestern“ sowie 2000 für „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, jeweils als Nebendarsteller.

Der zweite Kino-Frühling

Dass Caine mit weit über 70 Jahren noch einmal dank einer Comic-Verfilmung zu Bekanntheit bei der jungen Generation gelangen würde, das dürfte selbst er nicht erwartet haben. 2005 castete ihn Christopher Nolan als gewitzten Butler Alfred in „Batman Begins“ und frass einen Narren an ihm. Seither wirkte Caine in allen Filmen des Star-Regisseurs mit, ob „Interstellar“, „Inception“, „The Prestige“ oder zuletzt „Dunkirk“ (dort allerdings nur als Stimme zu hören).

Und abseits von Hollywood?

Auch fernab der Traumfabrik ist Michael Caine jemand, der Kontinuität zu schätzen weiss. Seit 1973 ist er mit der ehemaligen „Miss Guyana“ Shakira Caine (* 1947) glücklich verheiratet und hat mit ihr eine gemeinsame Tochter. Seit Jahrzehnten setzt er sich zudem in unzähligen wohltätigen Organisationen ein, viele von ihnen mit dem Ziel, Kindern in Not zu helfen und vor Gewalt zu schützen.

Zum Abschluss noch ein Fun-Fact über das heutige Geburtstagskind: Obwohl er über 60 Jahre lang als Michael Caine die Filmlandschaft prägte, änderte er erst im Juni 2016 seinen Namen offiziell in seinen Künstlernamen. Der pragmatische Grund laut „Daily News“: Die Sicherheitskontrollen am Flughafen seien sonst zu langwierig. Mit nun 85 Jahren hat man dann doch nicht mehr für alles Zeit.

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