Zwei weitere Zeuginnen belasten Harvey Weinstein schwer

Im Prozess von Harvey Weinstein kommen immer mehr Details ans Licht

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Im Prozess gegen Harvey Weinstein in New York haben zwei weitere Zeuginnen ausgesagt und den gefallenen Filmmogul schwer belastet.

Im Prozess von Harvey Weinstein (67) kommen immer mehr Details ans Licht. Am Mittwoch hat Tarale Wulff (43), eine ehemalige Kellnerin, vor Gericht in New York ausgesagt. Sie wirft dem gefallenen Filmmogul sexuelle Belästigung und Vergewaltigung vor. Das meldet unter anderem der „Hollywood Reporter“. Wulff behauptet, Weinstein habe vor ihr masturbiert und sie im Jahr 2005 vergewaltigt.

Wieder Tränen im Gerichtssaal

Laut Tarale Wulff ereignete sich der Vorfall, als sie zu einem vermeintlichen Vorsprechen eingeladen war. Dafür sollte sie in seine New Yorker Wohnung kommen. Im Schlafzimmer soll Weinstein sie dann vergewaltigt haben. „Ich sagte ihm, ich kann das nicht. Er antwortete: ‚Keine Sorge, ich hatte eine Vasektomie‘. Mir wurde schwarz vor Augen…“, so die Zeugin unter Tränen im Gerichtssaal. Sie habe sich nicht gewehrt, sie sei wie erstarrt gewesen.

Tarale Wulff hat den Vorfall weder gemeldet noch niemandem davon erzählt. Sie wollte das Ganze einfach vergessen. Zum Vorsprechen sei es nie gekommen. Das erste Aufeinandertreffen mit Weinstein habe bereits zu einem früheren Zeitpunkt stattgefunden. Damals habe sie als Cocktail-Kellnerin in einem angesagten Restaurant in Soho gearbeitet. Weinstein soll Wulff auf eine nicht genutzte Terrasse geführt und vor ihr masturbiert haben.

„Ich erstarrte für eine Minute“

Vor Tarale Wulff machte Dawn Dunning (40) ihre Aussage. Sie erzählte den Geschworenen, sie habe Weinstein im Jahr 2004 kennengelernt. Damals arbeitete sie als Cocktail-Kellnerin in einem Nachtclub und wollte nebenbei ihre Schauspielkarriere vorantreiben. Sie habe Weinstein ihre Nummer gegeben, da er ihr angeboten habe, ihr zu helfen. Kurze Zeit später sei es zu einem Treffen in einer Hotelsuite gekommen. Sie hätten zusammen auf einem Bett gesessen und sich zunächst professionell unterhalten, ehe er übergriffig geworden sei.

Weinstein soll eine Hand unter ihren Rock geschoben und versucht haben, ihren Genitalbereich zu streicheln. „Ich erstarrte für eine Minute und stand dann auf“, so Dunning. „Er sagte mir, ich solle keine grosse Sache daraus machen. Er entschuldigte sich, sagte, dass es nicht wieder passieren würde.“ Sie habe sich selbst eingeredet, es sei ein einmaliger Ausrutscher gewesen. Deswegen habe sie Weinstein wenige Wochen später erneut getroffen.

In einem Hotel in Manhattan wollten sie Filmprojekte besprechen. Dort soll Weinstein sie zu einem Dreier mit seiner Assistentin gedrängt haben. Doch Dunning protestierte und verliess fluchtartig das Zimmer. Sie habe niemanden von den Vorfällen erzählt. „Ich habe mich geschämt. […] Ich wollte kein Opfer sein.“ Ausserdem habe sie nicht gewusst, ob dieses Verhalten kriminell sei.

Die Staatsanwaltschaft ruft mehrere mutmassliche Opfer in den Zeugenstand, auch wenn deren Fälle nicht strafrechtlich verfolgt werden. Weinstein steht wegen der Vorwürfe von Produktionsassistentin Miriam „Mimi“ Haley und der Schauspielerin Jessica Mann vor Gericht. Er soll sie vergewaltigt haben. Weinstein streitet die Vorwürfe ab. Der Prozess soll noch bis Anfang März andauern. Bei einer Verurteilung droht Weinstein eine lebenslange Haftstrafe.