Hollywood goes Gaming: Stars erobern die Videospielwelt

Jon Bernthal im kommenden

Quelle: Ubisoft

Die Welt der Videospiele wird offensichtlich auch bei Hollywoods Stars immer beliebter. Die Promis geben sich bei grossen Produktionen die Klinke in die Hand.

Schon seit vielen Jahren werden Schauspieler nicht mehr nur auf Zelluloid gebannt. Auch aus dem Medium Videospiel sind berühmte Serien- und Filmdarsteller mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Wie auch bei Hörspielen oder animierten Serien, liehen natürlich schon tausende Promis ihre Stimmen erdachten Figuren. Die Rede ist hier allerdings nicht von Engagements als Synchronsprecher.

Immer mehr Schauspieler, darunter auch Mega-Stars, stellen mittlerweile ihr Antlitz für Charaktere in Videospielen zur Verfügung. Man hört sie nicht nur, man blickt ihnen auch in das digitale Gesicht. Denn die Beliebtheit von Videospielen ist längst nicht mehr zu unterschätzen – und so nehmen Studios und Publisher gerne auch mal etwas mehr Geld in die Hand, um echte Schauspieler für Rollen in ihren Games zu gewinnen.

Frische Rolle für den „Punisher“

Gerade erst sorgte Ubisoft beispielsweise mit der Ankündigung von „Tom Clancy’s Ghost Recon Breakpoint“ für Aufsehen, das am 4. Oktober für PC, PS4 und Xbox One erscheinen soll. In dem Militär-Shooter übernimmt Jon Bernthal (42) die Rolle des Bösewichts Lt. Colonel Cole D. Walker. Der Charakter dürfte gut zu Bernthal passen, der in oftmals kompromisslosen Figuren aufgeht und sich dadurch unter anderem in den Serien „Marvel’s The Punisher“ und „The Walking Dead“ eine grosse Gefolgschaft erspielen konnte.

Auch Sean Bean (60) ist an einem ganz frischen Projekt beteiligt. Das Abbild des Stars aus Serien wie „Game of Thrones“ und Blockbustern wie der „Der Herr der Ringe“-Trilogie, ist in einem Trailer für das gerade erst erschienene Abenteuer „A Plague Tale: Innocence“ (PC, PS4, Xbox One) zu sehen. Er rezitiert darin William Blakes Gedicht „The Little Boy Lost“. Im Spiel selbst suchen Gamer in der Rolle der jungen Amicia Schutz vor der Pest und dem Hundertjährigen Krieg, die das mittelalterliche Frankreich zerrütten.

Nicht mehr wie in den 1990er Jahren

Schon in den 1980ern und 1990ern wurden Berühmtheiten aus Film und Sport bereits gerne dafür hergenommen, Spiele an den Kunden zu bringen. In den meisten Fällen waren die Promis aber nur bedingt erkennbar. Das sollte sich vor allem Mitte der 90er Jahre ändern. Eine Zeit lang war es äusserst beliebt, Zwischensequenzen oder ganze Spiele mit abgefilmten Inhalten – sogenannten FMVs – zu befüllen.

Auch hier kamen bereits vereinzelt richtige Stars zum Einsatz. So war beispielsweise „Star Wars“-Ikone Mark Hamill (67) in der kultigen Weltraumsimulation „Wing Commander 3“ zu sehen. Die damals beliebte Tia Carrere (52, „Relic Hunter“) übernahm hingegen eine der Hauptrollen im eher unbekannten „The Daedalus Encounter“.

Besonders bekannt für ihren Einsatz von zahlreichen Schauspielern ist die Echtzeit-Strategie-Reihe „Command & Conquer“. Über mehrere Spiele verteilt treten unter anderem auf: James Earl Jones (88), Udo Kier (74), Tricia Helfer (45), Josh Holloway (49), Natasha Henstridge (44), Jennifer Morrison (40), J.K. Simmons (64), Tim Curry (73), Peter Stormare (65) und George Takei (82). Natürlich nicht zu vergessen, „Vizepräsident“ David Hasselhoff (66)…

Heutzutage kommen eher selten abgefilmte Szenen zum Einsatz. Die meiste Zeit werden digital erschaffene Abbilder der Stars eingesetzt, so wie bei Bernthal oder Bean. 2014 war etwa Kevin Spaceys (59) digitaler Zwilling in der Shooter-Action „Call of Duty: Advanced Warfare“ als Bösewicht zu sehen. Zu dieser Zeit war der mittlerweile tief gefallene Ex-Megastar noch dank Rollen wie der des Frank Underwood in „House of Cards“ auf der Höhe seines Schaffens.

Was ist, was kommt…

In den vergangenen Jahren gab es unzählige weitere Spiele, in denen bekannte Schauspieler tragende Rollen übernommen haben. In „Beyond: Two Souls“ (PC, PS3, PS4) erlebten Gamer die Geschichte von Jodie Holmes (Ellen Page, 32) und Nathan Dawkins (Willem Dafoe, 63), im ebenfalls von Quantic Dream stammenden „Detroit: Become Human“ (PC, PS4) hatten unter anderem Jesse Williams (37) und Lance Henriksen (79) Rollen und im Horror-Game „Until Dawn“ (PS4) zitterten sich Hayden Panettiere (29) und der heutige Oscarpreisträger Rami Malek (38) durch den Schnee. Serien-Star Yvonne Strahovski (36, „Chuck“) lieh Miranda Lawson in der „Mass Effect“-Reihe ihr Aussehen und Kristen Bell (38) war in mehreren Teilen der „Assassin’s Creed“-Games dabei.

In Zukunft wird der Trend, grosse Schauspieler auch in Videospielen zu besetzen, wohl nicht abreissen. So sind beispielsweise zwei besonders vielversprechende Projekte bereits angekündigt. In Hideo Kojimas (55) kommendem Actionspiel „Death Stranding“ werden unter anderem Norman Reedus (50), Mads Mikkelsen (53), Léa Seydoux (33) und Regisseur Guillermo del Toro (54) auftauchen.

Das Projekt „Squadron 42“ ist sogar noch ambitionierter, was den Cast angeht. In dem düsteren Sci-Fi-Epos spielen unter anderem Mark Hamill, Gary Oldman (61), Gillian Anderson (50), Mark Strong (55), Liam Cunningham (57), Ben Mendelsohn (50), John Rhys Davies (75) und Andy Serkis (55) mit.