Der Palastgarten Menara in Marrakesch vor den Gipfeln des Atlasgebirges

Quelle: Marokko FVA

Trendziel Marokko: Lifestyle in Marrakesch, Baden in Agadir

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Nie war Marokko als Reiseziel begehrter. Vor allem die Lifestyle-Metropole Marrakesch und der Badeort Agadir liegen für die bevorstehende Wintersaison im Trend.

Ganz nah und doch so fern: Eine Reise nach Marokko ist wie die Entführung in eine andere Welt. Bunte Farben, orientalische Gerüche, freundliche Menschen – die arabische Kultur vermittelt eine fast magische Atmosphäre. Ob die pulsierende Königsstadt Marrakesch am Fusse des Atlasgebirges oder Marokkos „Badewanne“ Agadir – das Königreich im Nordwesten Afrikas, nur durch die Strasse von Gibraltar vom europäischen Kontinent getrennt, ist die Trenddestination des kommenden Winters. Grosse Schweizer Reiseveranstalter wie FTI, Kuoni oder TUI haben sich bereits darauf eingestellt.

In Marrakesch ist es der Mythos, vom dem die wegen ihrer in majestätischem Rot leuchtenden Stadtmauern auch „Rote Stadt“ genannte Stadt lebt: märchenhaft schön, geheimnisvoll, faszinierend. Gegründet in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, schwang sich Marrakesch bald zum kulturellen und spirituellen Zentrum Nordafrikas auf. Philosophie, Kunst und Architektur florierten. Baumeister und Kunsthandwerker aus Andalusien und der arabischen Welt bauten Moscheen, Islamschulen und Paläste, Gärtner und Ingenieure legten raffinierte Bewässerungssysteme an, pflanzten Parks und Gärten, machten aus der Stadt zwischen Wüste und Hohem Atlas eine bis heute blühende Oase.

Djemaa el Fna: Nach Einbruch der Dunkelheit erwacht das pralle Leben

Klassisches Sightseeing ist in Marrakesch Pflicht. Die Tops: 1. Die fünf der ursprünglich 15 Stadttore. 2. Der von alouitischen Sultanen erbaute Bahia-Palast mit seinen prunkvollen Gärten. 3. Die 1158 von Sultan Abel Mouman erbaute Koutoubia-Moschee. 4. Für Kunstliebhaber die Khalid Art Gallery und die Kunstgalerie Dar el Bacha. 5. Medersa Ben Youssef, eine mit wundervollen Stuckarbeiten und Ornamenten ausgestaltete Koranschule.

Die Agdal- und die Menara-Gärten gehören seit 1985 wie die Altstadt von Marrakesch zum UNESCO-Weltkulturerbe, womit wir in unmittelbarer Nähe des berühmten Markplatzes Djemaa el Fna wären, ohne den zu besuchen man Marrakesch nicht erlebt hat. Schlangenbeschwörer, Gaukler und Henna-Künstler geben Marrakeschs Mittelpunkt abends ein jahrmarktähnliches Flair. Die warme Luft ist erfüllt von exotisch-würzigen Duftschwaden der unzähligen Essensstände, die Atmosphäre wirkt auf den staunenden Besucher wie ein faszinierender, fast unwirklicher orientalischer Zauber. An der Nordseite des Platzes geht es in verwinkelten Gassen ähnlich spektakulär zu. In den traditionellen Märkten, den Souks, bieten die Händler gestenreich und lautstark Gewürze, Silberschmuck, Eisen-, Töpfer- und Lederwaren an. Feilschen muss hier schon allein deshalb sein, weil es die Händler erwarten – und weil es Spass macht. Man kauft, auch wenn man gar nichts braucht, und ein Paar Babouches, die bunten, spitz zulaufenden Lederschlappen, sind immer ein guter Souvenirtipp. Und dann nichts wie in die Neustadt von Marrakesch, dem Kontrastprogramm zur historischen Medina. Im Modeviertel Guéliz dominieren die Boutiquen von jungen marokkanischen Designern und moderne Kunstgalerien.

André Heller und die Rückkehr des Paradieses

Einer der ruhigsten und faszinierendsten Orte der Stadt ist der Jardin Majorelle, der 1923 vom französischen Maler Jacques Majorelle angelegt wurde. Mehr als 300 verschiedene Pflanzenarten stehen dort, darunter viele Kakteensorten. Für Majorelles Landsmann, den Modedesigner Yves Saint Laurent, der ihn 1980 erwarb, wurde der Garten ein Ort der Inspiration für seine Kollektionen. Als er 2008 starb, wurde seine Asche im Rosengarten verstreut. Dazu wurde dem Modekönig mit dem Musée Yves Saint Laurent gleich neben dem Jardin Majorelle ein Denkmal gesetzt. Das Museum soll Mitte Oktober eröffnen auf rund 4’000 Quadratmetern rund 300 Modelle und 1’000 Objekte zeigen, darunter Zeichnungen und Fotografien, mit denen die Geschichte der Mode illustriert werden soll.

Nur 25 Kilometer ausserhalb von Marrakesch ist ein weiteres blühendes Paradies entstanden, der erst seit April 2016 zu bestaunen und für viele Besucher einer der schönsten und faszinierendsten Gärten der Welt ist: Anima hat ihn sein Schöpfer André Heller getauft – Seele. Und „Le Retour du Paradis“ versprochen, die Rückkehr des Paradieses. Es ist eine botanische Inszenierung voller Poesie, wie man sie von André Heller kennt, der sich auf drei Hektar Land einen Traum erfüllt hat – für sich und für andere. Entstanden auf einem kargen Stück Land mit der überdüngten Erde einer ehemaligen Rosenfarm nahe des Dorfes Douar Sbiti. „Da war nichts, keine Pflanze, nicht einmal ein Grashalm. Nur rote Erde“, erinnert sich der Künstler. Heller machte daraus einen Garten Eden vor einer einmaligen Kulisse – dem oft schneebedeckten Atlasgebirge mit dem 4’167 hohen Jbel Toubkal als monumentalem Mittelpunkt. Wer die Amina erleben mag: Hinter der Koutoubia Moschee in Marrakesch fährt ein Shuttle ins zurückgekehrte Paradies. Kostenlos.

Agadir – die Perle des Südens

„Gebadet in ein herrliches Licht direkt am Meer, liegt ein endloser Strand und eine in den Dünen versteckte weisse Stadt: Agadir. Sie hat die Sanftheit von feinem Sand und dem Streicheln der Sonne. Hier, nur drei Stunden von den europäischen Hauptstädten entfernt, liegt das ganze Jahr über ein Paradies. Agadir kann auf tausend und eine Art entdeckt werden.“ In dieser Liebeserklärung, entdeckt in einem marokkanischen Reisemagazin, mag ein wenig zu viel Pathos stecken – allerdings auch ziemlich viel Wahrheit.

Denn die „Perle des Südens“, wie Agadir auch genannt wird, ist mit seinem zehn Kilometer langen Sandstrand und den gut 300 Sonnentagen im Jahr ein begehrtes Reiseziel. Mehr noch: Ursprünglich ein Fischerdorf der Berber, ist Agadir heute die modernste Stadt in Marokko und nicht zuletzt wegen des ganzjährigen milden Klimas das grösste touristische Zentrum des Landes.

Gott, der König und das Volk

Weithin sichtbar thronen die Ruinen der Kasbah auf der Spitze des 240 Meter hohen gleichnamigen Hausberges über der Stadt, darunter riesige weisse Schriftzüge, die unweigerlich an den in Hollywood erinnern. Nur dass es hier arabische Buchstaben sind, „Gott, der König und das Volk“ steht da. Vor mehr als vier Jahrhunderten wurde die Agadir Oufella zum Schutz vor den Angriffen der Portugiesen errichtet, im Februar 1960 wurde sie innerhalb weniger Sekunden von einem Erdbeben zerstört. Es war die Geburtsstunde des neuen Agadir, dessen Charme aber noch heute die Gegensätze von Ruinen und kleinen Fischerbooten am Hafen einerseits, und den modernen Hotels und Geschäftsvierteln andererseits ausmacht. Diese Gegensätze sind es auch, die für den Besucher so reizvoll sind. Etwa, wenn man im Fischereihafen der marokkanischen Fangflotte gemeinsam mit den Hafenarbeitern in einem der kleinen Fischrestaurants sitzt. Oder im grossen Handelshafen die bunte und laute Geschäftigkeit verfolgt, wenn Fische, Früchte und Blumen in den Schiffsbäuchen verschwinden, die sich auf den Seeweg nach Europa machen. Auch ein Besuch im Souk El Had, wo um die 1.500 Händler ihre Waren feilbieten, muss sein. Unter ihnen sind viele Bauern aus den umliegenden Regionen, denen kein Weg zu beschwerlich ist, um den Lohn ihrer Arbeit zu ernten.

Traumbuchten und -strände ganz in der Nähe

Die Ursprünglichkeit ist geblieben, und gleichzeitig hat sich Agadir als erste Adresse für Marokkos Badegäste fein gemacht. Mit luxuriösen Hotels, erstklassigen Restaurants, schicken Cafés. Ein Wassersport-Paradies ist es immer schon gewesen, ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge sowieso. Ausserhalb von Agadir findet man traumhafte Buchten mit kleinen Stränden und von Felsen umgeben. Taghazout ist solch ein Sehnsuchtsort, ein kleines Fischerdorf nur wenige Kilometer nördlich von Agadir. Es ist das Dorf der Hippies, Surfer und Fischer, gelegen an einem zauberhaften Sandstrand. Wer dort für ein paar Tage bleiben mag, dem sei das Sol House als Hotel empfohlen. Tipp Nummer zwei: der Atlantikküste in Richtung Casablanca entlang stösst man auf mehr solcher Orte, an denen sich ausser Tauchern, Kite- und Windsurfern nur wenig Fremde tummeln.

Und dann gibt es noch jede Menge organisierter Ausflüge ab Agadir, Immouzer, Essaouira, Tafraoute, Taroudant, Marrakesch, Tiznit oder ins Atlasgebirge. Aber bei aller Entdeckungsfreude: Genügend Zeit, Agadir und eines der Strandhotels dort zu geniessen, sollte schon übrig bleiben. Man kann ja wiederkommen.

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Kategorie: Reisen

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