Gil Ofarim gesteht Lüge vor Gericht

Gil Ofarim (l.) und sein Anwalt beim Auftakt des Prozesses am 7. November.

Quelle: imago images/EHL Media

Der Verleumdungsprozess gegen Gil Ofarim nahm am Dienstag eine überraschende Wende. Der Musiker räumte ein, die Antisemitismusvorwürfe gegen einen Hotelmanager nur erfunden zu haben. Das Verfahren wurde eingestellt, Ofarim muss 10.000 Euro Geldbusse zahlen.

Überraschende Wende im Prozess um Gil Ofarim (41). Der Musiker legte laut übereinstimmenden Medienberichten am Landgericht Leipzig ein überraschendes Geständnis ab. Damit räumte er ein, die Antisemitismusvorwürfe gegen einen Hotelmanager in Leipzig nur erfunden zu haben. „Die Vorwürfe treffen zu“, sagte Ofarim laut der „Bild“-Zeitung. Er entschuldigte sich bei dem Hotelmanager, der die Entschuldigung vor Gericht annahm. Das Video, mit dem er im Oktober 2021 den Stein ins Rollen gebracht hatte, habe er gelöscht.

Gil Ofarim hatte vor zwei Jahren ein Video gepostet. In dem Clip behauptete der Musiker, dass ihn das Hotel Westin in Leipzig abgewiesen habe. „Pack deinen Stern ein, dann kannst du einchecken“, habe ein Hotelmitarbeiter gesagt.

Der Staatsanwaltschaft, die gegen den Hotelmanager wegen Volksverhetzung ermittelte, kamen bald Zweifel an Ofarims Darstellung. Auf Videoaufnahmen aus dem Hotel war die Kette mit dem Davidstern, auf die Ofarim anspielte, nicht zu sehen. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlung ein.

Verfahren eingestellt gegen Geldauflage

Der Hotelmanager, der aufgrund der Vorwürfe seinen Job verloren hatte, verklagte Gil Ofarim wegen Verleumdung. Der Prozess ist Anfang November 2023 gestartet.

Nun hat das Landgericht Leipzig das Verfahren eingestellt, gegen eine Geldbusse von 10.000 Euro. Gil Ofarim hat zugestimmt, dass er je 5.000 Euro an die Jüdische Gemeinde zu Leipzig und noch an einen weiteren Verein zahlt.

„Eines bleibt, wie es war“, sagte der Richter den Berichten zufolge zum Schluss: „Antisemitismus ist eine Tatsache, der Kampf dagegen ist eine Aufgabe.“

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