„Tatort: Blinder Fleck“: So ist der neue Schweiz-Krimi

"Tatort: Blinder Fleck": Staatsanwältin Anita Wegenast (Rachel Braunschweig) zeigt Kommissarin Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) eine Kinderzeichnung

Quelle: ARD Degeto/SRF/Sava Hlavacek

Im „Tatort: Blinder Fleck“ müssen die Schweizer Kommissarinnen Isabelle Grandjean und Tessa Ott einen brutalen Dreifachmord im Zürcher Oberland aufklären. Lohnt sich das Einschalten?

Im neuen Sonntagskrimi „Tatort: Blinder Fleck“ (24.9., 20:15 Uhr, das Erste) aus der Schweiz werden die Kommissarinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher, 44) und Tessa Ott (Carol Schuler, 36) zu einem Ausflugsort im idyllischen Zürcher Oberland gerufen. Hier hat sich ein brutaler Dreifachmord ereignet, „sieht nach Hinrichtung aus“, sagt Grandjean. Wie sich herausstellt, ist die sechsjährige Ella (Maura Landert) Zeugin der Morde geworden. Die Polizei sucht eine Verbindung zwischen den Opfern und versucht gleichzeitig, das traumatisierte Mädchen zum Sprechen zu bringen.

Drohnen und der Bosnienkrieg

Nach und nach finden sich sogar mehrere Verbindungen zwischen den Toten. Die eine ist finanzieller Natur im Zusammenhang mit einem Start-up-Unternehmen und einer dort entwickelten Software zur Personenerkennung, beispielsweise durch Drohnen. Der überlebende Inhaber lässt es von der KI, die er seine Assistentin nennt, so erklären: „‚Blind spot‘ ist eine Software, die der User als Schutzschild gegen unerlaubte Gesichtserkennungssysteme einsetzen kann.“ Das Programm erzeuge einen blinden Fleck auf dem Auge.

Die andere Verbindung liegt weit in der Vergangenheit. Zwei der Toten waren Mitglieder einer paramilitärischen Gruppe von Kroaten, die im Bosnienkrieg Kriegsverbrechen verübte. Ein Dritter aus dieser Gruppe sass lange in Haft und wurde vor Kurzem entlassen.

Lohnt sich das Einschalten bei „Tatort: Blinder Fleck“?

Ja. Der „Tatort: Blinder Fleck“ ist ein klassischer und spannender Whodunit-Krimi mit Elementen, die an Science-Fiction erinnern, obwohl die zivile und militärische Nutzung von Drohnen längst Realität ist. Ausserdem wird damit an die Gräuel der Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren erinnert – und wie weit diese Auseinandersetzungen in die heutige Zeit hineinreichen. Zwei sehr unterschiedliche Themen, die es mitunter etwas kompliziert machen, den Faden nicht zu verlieren. Schlussendlich ist auf die einfühlsame Grandjean und die coole Ott aber Verlass, sie weben daraus die Lösung.

Das stete Genörgel bezüglich der Synchronisationsprobleme in früheren Schweiz-„Tatorten“ dürfte hier im Übrigen maximal bei einem Verdächtigen erneut aufflammen. Ansonsten ist ab und zu, wie bei Kommissarin Grandjean auch, ein charmanter Akzent zu hören. Das war’s.

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