Heike Makatsch in „Der König von Palma“: Besondere Liebe zu Mallorca

Heike Makatsch spielt in der neuen Staffel "Der König von Palma" Sylvie Adler

Quelle: Foto: RTL / PEPBONET

In der zweiten Staffel von „Der König von Palma“ übernimmt „Tatort“-Star Heike Makatsch eine Hauptrolle. Der Dreh war aber kein reines Vergnügen für sie, wie die passionierte Mallorca-Urlauberin im Interview verrät.

Zum Start der zweiten Staffel von „Der König von Palma“ (ab 11. Juli bei RTL und RTL+), müssen sich die Fans direkt bei einer wichtigen Rolle umstellen: Sylvie Adler, die Frau an Matthias „Matti“ Adlers (Henning Baum, 50) Seite, wird nicht mehr von Sandra Borgmann (49) gespielt. Ihren Part übernimmt eine hochkarätige Nachfolgerin: „Tatort“-Star Heike Makatsch (51).

„Der König von Palma“ führt Makatsch an einen Ort, den sie bestens kennt: die beliebte Ferieninsel Mallorca. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt die Schauspielerin unter anderem, was sie mit der spanischen Insel verbindet und warum bei den Dreharbeiten dennoch keine Urlaubsgefühle aufgekommen sind.

Wann war Ihr letzter Mallorca-Urlaub?

Heike Makatsch: Letztes Jahr erst. Ich fahre jedes Jahr nach Mallorca, seit ich ein junges Mädchen war.

Sie meinten mal, für Sie sei Mallorca ein „Sehnsuchtsort“. Woher kommt die Faszination für die Insel?

Makatsch: Einfach durch die vielen Erlebnisse, die ich dort hatte. Manche Ortschaften auf Mallorca sind pittoresk und wunderschön. Dort die Natur zu geniessen, die Gerüche aufzunehmen – all das war prägend für mich. Aber in erster Linie sind es die ersten einschneidenden Erlebnisse, die ein junger Mensch in seinem Leben so hat, davon verbinde ich viele mit der Insel.

Wie viel hat sich dort verändert, seit Sie das erste Mal dort waren?

Makatsch: Es ist infrastrukturell natürlich noch mehr erschlossen und zum Teil unerschwinglich teuer geworden. Zumindest in den Bergen, wo ich gerne hinfahre. Zum Teil verändern sich dadurch auch die Menschen, die dort Urlaub machen. Ich bin allerdings keine Mallorca-Expertin und will mich mit meinen Beobachtungen nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Dazu bin ich auch viel zu sehr in meinem eigenen kleinen Kosmos, wenn ich die Insel bereise. Für mich persönlich hat sich da wenig verändert. Ich mache immer noch ähnliche Sachen wie eh und je, ausser dass ich jetzt nicht mehr ganz die Gleiche bin wie vor 30 Jahren.

Wie sehr haben Sie sich gefreut, an Ihrem „Stammplatz“ eine Rolle zu bekommen?

Makatsch: Ich habe mich sehr gefreut, aber nicht unbedingt, weil es auf Mallorca spielt. Auch wenn ich sogar Leute aus meinem liebsten Urlaubsort wieder traf, die dort am Set gearbeitet haben. Das war natürlich schön. Aber am Ende war es immer noch Arbeit. Man darf das auch nicht zu sehr verklären. Es war Winter und wir mussten die Sommerhitze im dünnen Kleidchen an leeren Stränden spielen. Es war kein Sommerurlaub. Das ist aber auch nicht das, was ich da gesucht habe.

Wie haben Sie sich auf die Dreharbeiten vorbereitet?

Makatsch: Nachdem sich die Möglichkeit eröffnet hatte, dass ich die Rolle der Sylvie von Sandra übernehme, habe ich mir die erste Staffel angesehen und gedacht: „Ja, das ist die Art von Unterhaltung, die mir gefällt.“

Was hat Ihnen besonders gut gefallen?

Makatsch: Die Serie nimmt ihre Figuren ernst, und dadurch entsteht ein spannendes Drama und ein berührendes Moralstück über dieses „Immer mehr, immer weiter, immer grösser“, das Expandieren und die materiellen Interessen, die die wirklich wichtigen Dinge des Lebens überrollen. Die Drehbücher für die neue Staffel waren dicht und spannend erzählt, vor allem den Erzählstrang der Sylvie fand ich interessant. Das, was hinter der Fassade einer Familie steckt, die dunklen Seiten. Darin sah ich eine grosse Herausforderung. Dazu kam, dass Henning ein wunderbarer Kollege ist. Und so war das Ganze ein grosses Glück.

Sie ersetzen Sandra Borgmann in der zweiten Staffel. Hatten Sie da nochmal besonderen Respekt, weil Sie wussten, dass die Rolle schonmal jemand vor Ihnen ausgefüllt hat?

Makatsch: Schon, ich finde, sie hat die Messlatte ziemlich hoch gehängt und eine sehr stimmige Sylvie gezeichnet. Natürlich wird die Sylvie in der neuen Staffel in der Tradition der ersten Staffel weitererzählt, insofern ist das immer noch eine ähnliche Figur. Aber ich bin nicht Sandra und daher habe ich mich schon relativ früh entschieden, meine eigene Sylvie zu finden. Ich habe der Figur meine Interpretation mit meiner Emotionalität geschenkt, in der Hoffnung, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer ihre „neue Farbe“ akzeptieren. Und Gott sei Dank wurde auch ich sehr herzlich vom bestehenden Team und den anderen Darstellern willkommen geheissen. Somit fühlte ich mich schnell als Teil der gemeinsamen Reise.

Was macht Sylvie als starke Frau an Mattis Seite charakterlich aus?

Makatsch: Sie ist schon eine Macherin. Und ja, sie steht an der Seite ihres Mannes. Es sind aber die 1990er Jahre. Ich denke, heutzutage wäre die Rollenverteilung vielleicht ein bisschen anders verlagert. Ihre Rolle war die der Frau, die ihrem Mann ermöglicht, was er sich erträumt. Sie ist mit mehr Sicherheitsbestreben ausgestattet als Matti und so haben die beiden sich vielleicht immer ganz gut die Waage gehalten: Der Eine, der nach vorne prescht und sie, die ihn und seine Visionen im Zaum hält. Und so waren sie ja 20 Jahre lang ein gutes Team.

Dementsprechend unvorstellbar ist für Sylvie auch ein Leben ohne diese Konstellation, die sich nach so einer langen Zeit mit gemeinsamen Kindern etabliert hat. Sie würde ihm einiges verzeihen, um das weiterhin aufrechterhalten zu können. Sie ist sicherheitsliebend, familienorientiert, realistisch. Und sie befindet sich auch emotional, finanziell und lebensgestalterisch in einer Art Abhängigkeit von Matti. Aber vielleicht ändert sich das ja alles noch am Ende der zweiten Staffel (grinst).

Wie hat es sich angefühlt, mit Henning Baum zu drehen? Wie ist er am Set?

Makatsch: Er ist klug, lustig, warmherzig, achtsam, ein guter Schauspieler. Er ist jemand, der Freude daran hat, Ideen zu entwickeln, Szenen auszubauen. Ein Kollege, mit dem ich immer wieder gerne arbeiten würde.

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