„Keine Zeit zu sterben“: Pleiten, Pech und Pannen beim neuen Bond

Immerhin etwas: Zumindest der Anzug sitzt bei Daniel Craig alias James Bond so gut wie eh und je

Quelle: Universal Pictures

Wohl wegen des Coronavirus wurde der Start von „Keine Zeit zu sterben“ erneut verschoben. Bei der Produktion ging bereits zuvor einiges schief.

Dieses Mal ist wohl das Coronavirus schuld: Die Geduld eingefleischter James Bond-Fans wird mit der erneuten Verschiebung des Kinostarts von „Keine Zeit zu sterben“ wieder einmal auf die Probe gestellt. Erst am 12. November soll der neue Blockbuster mit Daniel Craig (52, „Knives Out – Mord ist Familiensache“) in der Rolle des Doppelnullagenten nun in den Lichtspielhäusern anlaufen – über ein halbes Jahr nach dem zuletzt angekündigten Start, dem 2. April. Es ist allerdings nicht der erste Rückschlag, den die Bond-Anhänger bisher hinnehmen mussten. Die Produktion ist gekennzeichnet von Pleiten, Pech und Pannen.

Stirb an einem anderen Kinotag

Für „Bond“-Schurken eine verlängerte Gnadenfrist, für Filmfans ein Geduldspiel: Lange ist es her, dass der geplante Starttermin für „Keine Zeit zu sterben“ der 25. Oktober 2019 war. Seither haben bereits diverse Probleme dazu geführt, dass 007 in geheimer Wartestellung ausharren muss. Denn auch der zweite Termin, der auf den 14. Februar 2020 als weltweiter Kinostart gelegt wurde, war schnell wieder Geschichte. Dann gab es kurz Grund zur Freude: Aus dem danach angekündigten 8. April wurde der 2. April. Dabei blieb es allerdings dank anhaltender Coronavirus-Angst nicht. Oder, wie es offiziell geschrieben wurde, nach einer eingehenden Analyse des „globalen Kino-Marktes“. Kinogänger müssen sich nun bis zum 12. November gedulden.

Man dreht nur zweimal

Die erste Verspätung um fast vier Monate wurde notwendig, als Danny Boyle (63) überraschend als Regisseur zurücktrat. Unüberbrückbare Differenzen, sonst gerne bei Scheidungen von Hollywood-Pärchen genannt, sollen zwischen Boyle und den Produzenten bezüglich des Schicksals von Bond bestanden haben. Der durchaus mutige Ersatz: Cary Fukunaga (42), seines Zeichens der Erfinder der Serie „True Detective“, nahm die Herausforderung an. In der offiziellen „Bond“-Reihe, die vom britischen Studio Eon produziert wird, ist er der erste US-Amerikaner überhaupt auf dem Regiestuhl.

Nach diesem Wechsel stellte sich heraus, dass ausgerechnet das Skript der ärgste Widersacher des Geheimagenten war. Also wurde ein Mann namens Scott Z. Burns engagiert. Der Drehbuchautor gilt in der Traumfabrik als fähiger „Skript-Doktor“, das beste aller Zeichen ist es aber dennoch nicht, wenn auf seine Dienste zurückgegriffen werden muss.

Im Angesicht des Todes

Zugegeben, um sein Leben musste Daniel Craig am Set von „Bond 25“ noch nicht bangen. Er musste aber realisieren, dass ein 51-jähriger Mann nicht mehr unverwundbar ist. Bei einer Actionszene während eines Drehs auf Jamaika rutschte der Mime aus und verletzte sich so stark an seinem Knöchel, dass er sich sogar unters Messer legen musste. Die Folge war eine zweiwöchige Zwangspause, die den Drehplan erneut durcheinander warf.

Feuerball

Ein weiterer Schock: Eine „kontrollierte Explosion“. So wurde der Knall jedenfalls auf dem offiziellen Twitter-Account des Films bezeichnet. Die Tatsache, dass bei dem Stunt die Pinewood Studios beschädigt wurden und ein Crew-Mitglied „leichte Verletzungen“ davontrug, sprach aber dafür, dass die „kontrollierte Explosion“ etwas ausser Kontrolle geraten war.

In tödlicher Videospiel-Mission

Im Juni des vergangenen Jahres kam es fast zu einer Meuterei am Set von „Keine Zeit zu sterben“ – und zwar gegen den „Kapitän“ selbst, Regisseur Cary Fukunaga. Der Grund: Der Filmemacher hatte seine Mitarbeiter über drei Stunden warten lassen, weil er lieber Videospiele zockte, als das neueste Bond-Abenteuer zu inszenieren. Die Produktion bat die verärgerten Mitarbeiter dann auch noch, die fehlende Zeit wieder reinzuholen, indem sie über das Wochenende – und am Vatertag – arbeiten sollten.

GoldenEye auf dem Damenklo

Ebenfalls im Juni 2019 gab es Ärger wegen einem ungebetenen Gast. In den Pinewood Filmstudios nahe London, in denen Teile des neuen „James Bond“-Abenteuers entstanden, wurde ein Mann festgenommen und im Anschluss des Voyeurismus beschuldigt. Zuvor war in der Damentoilette eine Kamera gefunden worden.