Kino-Tipps: Der Juli wird „tierisch“ gut

Viele Szenen aus der Neuauflage von

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Ein Spinnenmann, eine royale Savannen-Grosskatze, ein musikalischer Paradiesvogel und die Beatles. Einzig Chucky die Mörderpuppe fällt da etwas aus dem Rahmen.

Sahara-Hitze im Freien und Savannen-Nostalgie im Kino: Wer Kind ist oder noch einmal Kind sein will, kann sich die Heldenreise des kleinen Simba in „Der König der Löwen“ in neuer Optik ansehen. Nostalgisch wird es auch musikalisch, wenn in Danny Boyles Komödie „Yesterday“ die Hits der Beatles die Welt komplett aufs Neue erobern. Für die gewohnte Comic-Dosis sorgt gleich zu Beginn des Monats die freundliche Spinne von nebenan und auch im Horror-Genre meldet sich mit Killerpuppe Chucky ein alter Bekannter zurück.

1„Spider-Man: Far From Home“, 4. Juli

Nach den Ereignissen von „Avengers: Endgame“ muss Spider-Man (Tom Holland) mehr Verantwortung übernehmen. Doch auch eine freundliche Superhelden-Spinne von nebenan braucht mal Urlaub und so geht Parker mit seinen Freunden auf eine Reise durch Europa. Lange währt die Erholung aber nicht und die Realität in Person von Nick Fury (Samuel L. Jackson) holt ihn ein. Zu allem Überfluss sorgt in Venedig dann auch noch ein Ungeheuer für Angst und Schrecken. Wer ausser Spider-Man könne ihm Einhalt gebieten, denkt sich Parker. Doch dann taucht ein vermeintlicher neuer Held namens Mysterio (Jake Gyllenhaal) auf, dessen Name wahrlich Programm ist.

Einschätzung:

Schien es im Vorfeld der dritten Spinnenmann-Auflage innerhalb weniger Jahre eigentlich unmöglich, so hat es der charmant-tollpatschige Tom Holland doch geschafft, „Spider-Man“ einen eigenen, sehenswerten Stempel aufzudrücken. So war es in den letzten „Avengers“-Filmen, so war es im ersten Solo-Abenteuer „Homecoming“, und so wird es auch bei Spidey auf Reisen sein. Alte Bekannte wie Samuel L. Jackson und neue Recken (oder Schurken?) wie Mysterio alias Jake Gyllenhaal versprechen zudem vielleicht nicht gerade tiefgründige, aber kurzweilige Unterhaltung. Und die kann bei sommerlichen Temperaturen gerade recht kommen.

2„Yesterday“, 11. Juli

Jack Malik (Himesh Patel) ist ein leidenschaftlicher, doch leider genauso erfolgloser Singer-Songwriter. Den Traum vom grossen Durchbruch hat er längst begraben – nur seine Jugendfreundin Ellie (Lily James) hält unerschütterlich daran fest. Eines Tages wird Jack während eines mysteriösen weltweiten Stromausfalls von einem Bus angefahren. Als er wieder zu Bewusstsein kommt, scheint zunächst alles wie immer. Beim harmlosen Dahinsingen eines weltbekannten Songs muss Jack jedoch feststellen, dass seine Freunde noch nie etwas von den Beatles gehört haben und kommt zu der unglaublichen Erkenntnis, dass die ehemals berühmteste Band der Welt und ihre Klassiker aus dem Gedächtnis der gesamten Menschheit ausradiert wurden – nur nicht aus seinem.

Einschätzung:

In einer Welt aufwachen, in der es die Beatles und all ihre Hits nie gegeben hat? Undenkbar! Der geschasste „Bond 25“-Regisseur Danny Boyle hat sich mit „Yesterday“ solch einer Welt angenommen. Das eröffnet dem Streifen einerseits die Möglichkeit, alle Hits der Pilzköpfe in mitunter witziger Neuauflage (Stichwort: „Hey Dude“) aufs Publikum abzufeuern. Andererseits wird ihnen eine doch arg konstruierte Geschichte vorgesetzt, die es erst einmal zu schlucken gilt. Ob die Idee einen ganzen Film tragen kann? Ab 11. Juli können es Fans der „Fab Four“ selbst entscheiden. Die „Feel Good“-Komödie des Sommers ist „Yesterday“ aber allemal.

3„Der König der Löwen“, 17. Juli

In den unendlichen Weiten Afrikas wird ein künftiger König geboren: Simba, das lebhafte Löwenjunge, vergöttert seinen Vater, König Mufasa, und kann es kaum erwarten, selbst König zu werden. Doch sein Onkel Scar hegt eigene Pläne, den Thron zu besteigen, und zwingt Simba, das Königreich zu verlassen und ins Exil zu gehen. Mit Hilfe eines ausgelassenen Erdmännchens namens Timon und seines warmherzigen Freundes, des Warzenschweins Pumbaa, lernt Simba erwachsen zu werden, die Verantwortung anzunehmen und in das Land seines Vaters zurückzukehren, um seinen Platz auf dem Königsfelsen einzufordern.

Einschätzung:

Fast auf den Tag genau 25 Jahre, nachdem Disneys Zeichentricklöwe Simba die Kinos und Herzen der Zuschauer eroberte, kommt die Neuauflage in zeitgemässer Animationsoptik daher. Ähnlich wie bei der Realverfilmung von „Die Schöne und das Biest“ oder „Das Dschungelbuch“ wird es für Kenner der Originale mit Ausnahme der neuen Schauwerte natürlich keine grossen Überraschungen geben. Ihre Generation gehört nun aber, um es vorsichtig auszudrücken, auch nicht mehr unbedingt zum Zielpublikum. Zumindest in den Trailern wird aber angedeutet, dass auch die Charaktere aus dem Computer wieder ungemein liebenswert geworden sind.

4„Child’s Play“, 18. Juli

Die alleinerziehende Mutter Karen (Aubrey Plaza) schenkt ihrem Sohn Andy (Gabriel Bateman) ahnungslos eine Puppe, eine sogenannte „Buddi Doll“. Doch die entpuppt sich als Chucky, im US-Original von Mark „Luke Skywalker“ Hamill gesprochen. Mit neuen technischen Features ausgestattet, hat Chucky ungeahnte Fähigkeiten, die Schrecken 2.0 zu verbreiten.

Einschätzung:

Und sogleich der zweite Nostalgie-Schub, dieses Mal für alle Horror-Aficionados. Bei wem der US-amerikanische Originaltitel „Child’s Play“ nicht sofort eine Assoziation hervorruft, bei dem klingelt es vielleicht beim Titel „Chucky – Die Mörderpuppe“ von 1988 – halb Kultfilm und halb „Guilty Pleasure“. Interessant wird sein, wie kreativ die Killerpuppe in der Gegenwart meuchelt. In den rund 30 Jahren seit dem Original hat sich schliesslich einiges getan.

5„Vox Lux“, 25. Juli

Im Jahr 1999 überlebt Teenager Celeste (Raffey Cassidy/Natalie Portman) eine gewaltsame Tragödie. Nachdem sie bei einem Gedenkgottesdienst gesungen hat, verwandelt sich Celeste mit Hilfe ihrer Schwester (Stacy Martin), die Songwriter ist, und einem Talentmanager, in einen aufblühenden Popstar. Celestes kometenhafter Aufstieg zum Ruhm und damit einhergehender Verlust der Unschuld ist verzahnt mit einem erschütternden Terroranschlag auf die Nation und hebt das junge Energiebündel zu einer neuen Form der Berühmtheit empor: Amerikanische Ikone, weltliche Gottheit, globaler Superstar.

Einschätzung:

Eine optische Tour de Force, eine Abrechnung mit dem Musik-Business, oder kurzum: „Black Swan“ trifft auf Lady Gaga. „Vox Lux“ mit Natalie Portman in der Hauptrolle ist der Geheimtipp der Kinostarts im Juli. Zumindest für alle Cineasten, die einen Film abseits des Gewohnten sehen wollen. Doch Vorsicht: gut möglich, dass man mit mehr Fragezeichen aus dem Kino kommt, als man es betreten hat.