Carsten Stahl: Harte Kritik am „Sommerhaus der Stars“

Carsten Stahl (l.) hat kein gutes Bild von

Quelle: [M] imago images / Future Image / TVNOW

„Mobbing ist ein Serienkiller“, sagt Carsten Stahl im Interview. Was im „Sommerhaus der Stars“ vor sich geht, verurteilt der Anti-Mobbing-Experte aufs Schärfste.

Hat Ex-„Bachelor“ Andrej Mangold (33) in „Das Sommerhaus der Stars“ (RTL, TVNow) sein wahres Gesicht gezeigt? Immer wieder stichelte er gegen Mitstreiterin Eva Benetatou (28), brachte die Gruppe gegen sie auf und grenzte sie aus. Das TV-Publikum ist sich einig: Das ist Mobbing. Carsten Stahl (47), der seit rund acht Jahren als Deutschlands führender Anti-Mobbing-Experte für Aufklärung sorgt, nimmt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news Stellung dazu. Seine Botschaft ist klar: „Mobbing ist ein Serienkiller.“

Betroffene sollten Strafanzeige stellen

„Natürlich ist es bei solchen Formaten gewollt, dass die Teilnehmer sich gegenseitig durch den Dreck ziehen“, sagt Stahl. „Und wenn es mal Beef gibt und sich erwachsene Menschen die Meinung sagen, dann ist das auch okay. Aber wenn einer so menschenverachtend wird und alle anderen sich daran ergötzen und nicht eingreifen, dann reden wir von unterlassener Hilfeleistung.“ Der 47-Jährige sieht die Handlungspflicht ganz klar bei den Danebenstehenden sowie der Produktionsfirma und dem Sender. Letzterer habe schliesslich seiner Fürsorgepflicht nachzukommen.

„Wenn ich als Produzent oder Fernsehsender sehe, dass das passiert, dann muss ich dazwischengehen und sagen: Es gibt Grenzen und die werden gerade überschritten.“ Wie Betroffene, aber auch Aussenstehende aktiv gegen Mobbing vorgehen können? Strafanzeige stellen. Stahl ordnet das Geschehen im „Sommerhaus der Stars“ als „Psychoterror“ ein – „und das kann man anzeigen und den Sender etwa wegen unterlassener Hilfeleistung drankriegen“.

Warum greift keiner ein?

Stahl macht kein Geheimnis daraus, dass er von den Teilnehmern der TV-Reality-Show nicht sonderlich viel hält. Auch bei Instagram äusserte er sich bereits öffentlich zu dem Thema. Im Interview wird er noch deutlicher. Ob Mangold oder sonstige Kandidaten: Seiner Meinung nach seien sie alle „hörige Marionetten eines gierigen Systems nach Aufmerksamkeit“. „Sie möchten beim nächsten Dschungelcamp ja auch dabei sein. Also sagen sie nichts und lassen zu, dass ein Mensch, der vielleicht schwächer ist, erniedrigt, gedemütigt und willentlich kaputt gemacht wird.“

Verbieten könne man dies nicht, sagt der Anti-Mobbing-Experte aus Erfahrung. Man müsse aufklären. „Die Frage ist doch: Kann man die Sendung nicht so strukturieren, dass Mobbing nicht das Hauptthema ist?“ Der 47-Jährige sinniere über eine Sendung, „in der die Prominenten Leistung erbringen und mit gewonnen Punkten Kitas oder Kinderhospize finanzieren. Dann stünden die im Fokus, die wirklich Leistung und soziales Engagement zeigen.“ Das Interesse des TV-Publikums an Prominenten sei schliesslich da. „Die gucken sich auch Kochsendungen an – und zwar sehr erfolgreich. Da rotzen sich die Teilnehmer doch auch nicht gegenseitig an.“