Audi A7 Sportback: Revolution im Cockpit

Nur in Nuancen vom Vorgänger zu unterscheiden: Audi A7 Sportback

Quelle: Audi

Audi schickt seinen komplett neuen A7 Sportback schon im März an den Start. Die zweite Generation des Fliessheckmodells macht vor allem beim Interieur einen Quantensprung.

Im Premiumsegment der viertürigen Coupés gibt bislang Audi mit dem A7 den Ton an. Hinter ihm fahren – zumindest was den Absatz betrifft – der Mercedes CLS und das BMW 6er Gran Coupé her. Wobei sich die Stuttgarter als Erfinder dieser Kategorie sehen und derzeit ihre dritte Generation ein führen. Und BMW? Macht 2020 aus dem Nachfolger des 6ers ein rassiges Achter-Gran Coupé.

Da dürfte es für die Ingolstädter sicher nicht von Nachteil sein, schon im März ihren neu entwickelten A7 beim Händler stehen zu haben. Allerdings könnte es für Aussenstehende schwierig werden, ihn auf den ersten Blick als neues Modell zu erkennen. Denn die Silhouette gleicht vollständig der des Vorgängers. Dennoch wurde laut Audi kein Blechteil übernommen. Tatsächlich zeigt sich beim näheren Hinschauen: Die Haube ist stärker profiliert, hat jetzt ausgeprägte Powerdomes. Die Kotflügel sind breiter und konturierter. So will man der Quattro-Technik optisch mehr Ausdruck verleihen. Und seitlich fällt das hintere Seitenfenster auf. Es läuft weiter aus als zuvor und knickt nicht mehr nach oben ab. Insgesamt steht der neue A7 breiter und sportlicher auf seinen bis zu 21 Zoll grossen Rädern.

Neue Cockpit-Welt mit Wischen und Zoomen

Evolution aussen, Revolution innen. Nach dem Einsteigen eröffnet sich eine neue Cockpit-Welt, durch und durch digital. Schalter und Knöpfe haben bis auf ein paar Reste ausgedient. Die neue Art der Bedienung übernimmt der A7 – wie auch der neue A6, der im nächsten Monat präsentiert wird – im Wesentlichen aus dem Flaggschiff A8. Fast alles läuft über Touchscreens oder Sprache. Auch das viele Jahre verbaute MMI-System und das kleine schwarze Pad auf der Mittelkonsole haben ausgedient. Die Zukunft heisst Wischen und Zoomen mit den Fingern, wie man es vom Tablet-PC, iPad oder Smartphone gewohnt ist. Während der Fahrt allerdings erfordert jede Art der manuellen Bedienung auf den Displays eine gute Treffgenauigkeit. Und dies bedeutet in der Regel Ablenkung vom Verkehr.

Um dennoch sicher unterwegs zu sein, stehen ja mehr als drei Dutzend Assistenzsysteme – gebündelt in drei Paketen – in der Preisliste. Sie übernehmen im A7 einen Grossteil der stupiden Dinge wie beispielsweise Kolonnenverkehr oder Stop and Go, helfen die Spur zu halten, lesen Verkehrsschilder, sehen im Toten Winkel, achten auf Querverkehr, erkennen Fussgänger und lösen gegebenenfalls eine Vollbremsung aus.

Comeback des Dreiliter-Benziners

Man darf aber auch ganz nach altem Schema selbst fahren, selbst Gas geben, bremsen und lenken. Das geht sogar äusserst geschmeidig und komfortabel, woran mehrere Faktoren Schuld sind: eine steifere Karosserie, ein neues Fahrwerk, eine bessere Geräuschisolierung und ein wunderbarer V6-TFSI in Kombination mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. TFSI? Richtig gelesen, es gibt den A7 wieder mit einem Dreiliter-Benziner. Audi hatte dieses Aggregat im Vorgängermodell wegen zu geringer Nachfrage für den europäischen Markt im letzten Produktionsjahr eingestellt. Jetzt leistet der V6 250 kW (nach alter Rechnung 340 PS) und liefert eine Menge Fahrspass. Wer nicht vor einem zweistelligen Verbrauch zurückschreckt, tut sich mit diesem Motor einen grossen Gefallen.

Über 80 Prozent der A7-Kunden entscheiden sich dennoch für den Diesel. Eine durchaus vernünftige Wahl, zumal der V6-TDI 210 kW (286 PS) leistet und mächtige 620 Newtonmeter Drehmoment zu den Rädern schickt, dabei aber deutlich weniger verbraucht als der Benziner. Auf unserer Testfahrt waren es acht Liter. Der TFSI schafft locker zwölf. Selbstverständlich bleibt es nicht bei diesen beiden Motoren, die Audi zur Markteinführung anbietet. Den Dreiliter-Diesel wird es später im Jahr einmal in schwächerer Ausprägung mit 170 kW und in stärkerer (als Bi-Turbo) mit zirka 250 kW geben. Ebenso zum Einsatz kommen noch Zweiliter-Vierzylinder als Diesel und Benziner. Allen Motoren gemeinsam ist die Hybridisierung. Bei den Sechszylindern übernimmt dies ein 48-Volt-Riemen-Starter-Generator (RSG). Bei den Vierzylindern ist es eine abgespeckte Version mit zwölf Volt. Der RSG ist fürs „Segeln“ und für Start-Stopp zuständig und soll helfen, rund 0,7 Liter Sprit pro 100 Kilometer zu sparen.

Design und Lifestyle kosten extra

Mit einer Länge von 4,97 Metern behielt der neue A7 die Grösse seines Vorgängers. Dessen Radstand war allerdings drei Zentimeter kürzer, so dass die Gäste im Fond nun ein wenig mehr Platz für die Beine haben. Zusätzlich haben die Entwickler die Rücksitze ein Stück weiter hinten platziert, ohne dabei aber das Volumen des Kofferraumes zu mindern. Es bleibt bei 535 Litern. Liegen die Lehnen flach, passen bis zu 1’390 Liter unter die Heckklappe des A7 und machen das Fliessheckmodell zum Kleintransporter. Warum man allerdings den Klappmechanismus nicht, wie heute in dieser Klasse fast überall üblich, vom Kofferraum aus bedienen kann, wissen wohl nur die Audi-Ingenieure.

Technische Daten

Modell: Audi A7 Sportback; fünftürige, fünfsitzige Fliesshecklimousine mit Allradantrieb | Länge: 4,97 Meter | Breite: 1,91 Meter | Höhe: 1,42 Meter | Radstand: 2,93 Meter | Kofferraumvolumen: 535 bis 1’390 Liter | Motor: 3,0-Liter-Sechszylinder-Turbobenziner (TFSI), 250 kW/340 PS bei 5’000-6’400 U/min | Maximales Drehmoment: 500 Nm bei 1’370-4’500 U/min | 0-100 km/h: 5,3 s | Vmax: 250 km/h | Durchschnittsverbrauch: 6,8 l/100 km | CO2-Ausstoss: 154 g/km | Abgasnorm: Euro 6 | Preis: ab 87’550 Franken

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