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Geschrieben von Michel Sutter
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Donnerstag, 19. Juli 2007 |
Vor zwölf Jahren hat ALAN WILDER DEPECHE MODE verlassen, weil er seine Arbeit zu wenig gewürdigt sah. Seither hat er sich mit seinem Soloprojekt RECOIL einen Namen gemacht. Soeben ist RECOILs neues Album «SubHuman» lanciert worden. Im Interview spricht WILDER über die schwierige Entstehung von «SubHuman». Und er beantwortet auch die von DEPECHE-MODE-Fans so oft gestellte Frage, ob er sich eine Rückkehr zur Band vorstellen könnte.
TREND MAGAZIN: Auf deinem neuen Album sind manche Songs über elf Minuten lang. Wie konntest du die Plattenfirma überzeugen, ein Album mit so langen Songs zu produzieren?
ALAN WILDER: Darüber musste ich mir keine Sorgen machen. Ich kann die Songs machen, die ich machen will. Als wir das Album beendet hatten, wollten wir eine Radioversion machen. Das war echt schwierig. Den ersten Song brachten wir von 8:20 min auf 3:50 min. Aber eigentlich denke ich gar nicht daran, wenn ich ein Album aufnehme. Ich mache die Musik, die ich machen will. Es spielt keine Rolle, ob sie kommerziell ist oder nicht. Meine Plattenfirma mischt sich da nicht ein.
Dein letztes Album «Liquid» wurde vor sechs Jahren veröffentlicht. Warum hat es so lange gedauert, bis «SubHuman» fertig war?
Meine Pause war ursprünglich nur auf ein Jahr geplant. Dann wurden daraus fünf Jahre. Ich versuchte, in dieser Zeit Musik zu machen. Zwei- oder dreimal habe ich drei, vier Wochen im Studio verbracht. Aber ich kam nicht sehr weit. Das war für mich ein Zeichen, dass der richtige Zeitpunkt noch nicht da war. Ich verspürte auch keinen Zwang, unbedingt ein Album zu machen. Aber dann fing ich wieder an mit der Musik, und ich wollte diesmal wirklich etwas machen. Es brauchte einfach sehr viel Zeit.
In einem Interview sagtest du, du hättest bei der Produktion Selbstzweifel bekommen.
Ja. Diese Selbstzweifel kriege ich bei jedem Album. Das ist natürlich. Wenn man keine Selbstzweifel hat, muss man sehr arrogant sein. Vor allem zu Beginn der Produktion kriege ich Selbstzweifel, denn dann arbeite ich noch ohne Sänger, ohne Fokus. Ich glaube, Selbstzweifel sind auch etwas Gutes. Man sollte ständig hinterfragen, was man tut.
Du machst regen Gebrauch von der modernen Technik. So hast du auch schon in der Suchmaschine nach Sängern gesucht. Ist es mit den heutigen technischen Möglichkeiten leichter, ein Album zu produzieren, oder schwieriger als früher?
Gewisse Dinge sind leichter. Aber weil es so viele Möglichkeiten gibt, braucht man auch länger. Man muss das alles berücksichtigen, sonst bleibt man auf der Strecke. Und das braucht sehr viel Zeit.
Auf der Webseite von DEPECHE MODE haben einige Fans geschrieben, die Band sei nicht mehr dieselbe, seit du sie vor etwa zwölf Jahren verlassen hast. Ehrt dich das?
Ja. Es ist schön, dass sich die Leute an mich erinnern und dass ich einen grossen Einfluss auf DEPECHE MODE gehabt habe. Viele Leute haben mir geschrieben, ich solle doch zur Band zurückkehren. Das wird zwar nicht passieren. Aber es ist schön, dass das manche wollen. Natürlich ist die Band nicht mehr dieselbe wie früher, aber das ist vielleicht auch gut so.
Album: «SubHuman» (Mute / Musikvertrieb)
www.recoil.co.uk
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 03. März 2009 )
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